Italien – Morgen gilt 3G-Regel am Arbeitsplatz – massive Ausschreitungen befürchtet
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ItalienMorgen gilt 3G-Regel am Arbeitsplatz – massive Ausschreitungen befürchtet

Ab Freitag gilt für italienische Arbeitnehmende die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Die Regierung erwartet erneut Demonstrationen und bringt Tausende Polizisten in Stellung.

von
Philippe Coradi
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Die italienische Regierung befürchtet, dass es ab Freitag erneut zu Protestkundgebungen gegen den Grünen Pass am Arbeitsplatz kommen wird. 

Die italienische Regierung befürchtet, dass es ab Freitag erneut zu Protestkundgebungen gegen den Grünen Pass am Arbeitsplatz kommen wird.

AFP
Ausweitung der Zertifikatspflicht auf den Arbeitsplatz wird am Freitag, 15. Oktober in Italien eingeführt und betrifft rund 23 Millionen Arbeitnehmende. 

Ausweitung der Zertifikatspflicht auf den Arbeitsplatz wird am Freitag, 15. Oktober in Italien eingeführt und betrifft rund 23 Millionen Arbeitnehmende.

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Bereits letztes Wochenende demonstrierten Tausende in Rom gegen die Ausweitung der Zertifikatspflicht auf den Arbeitsplatz.

Bereits letztes Wochenende demonstrierten Tausende in Rom gegen die Ausweitung der Zertifikatspflicht auf den Arbeitsplatz.

Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Darum gehts

  • Ab Freitag müssen alle Arbeitnehmenden in Italien zu einer Gruppe der 3G gehören – genesen, geimpft oder getestet. Wer dies nicht nachweisen kann, muss mit Sanktionen wie einer Suspendierung rechnen.

  • Die Ankündigung der neuen Regelungen führte bereits zu grossen Demonstrationen und Ausschreitungen.

  • Für das kommende Wochenende erwartet die Regierung erneut grosse Protestkundgebungen und will 3000 Polizisten und Polizistinnen mobilisieren.

Ab Freitag müssen in Italien alle Arbeitnehmende am Arbeitsplatz im Besitz des Grünen Passes sein. Wer ab dann nicht geimpft, genesen oder getestet ist, muss mit einer Suspendierung rechnen. Corona-Tests sind nur für Menschen kostenlos, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können.

Demonstrationen arteten aus

Als diese Regelung bekannt wurde, kam es letzten Samstag in Rom zu Demonstrationen und Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und gewalttätigen Demonstrierenden. Mehrere Hundert Menschen versuchten zum Parlament zu marschieren. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, um sie zu stoppen. Bei den Zusammenstössen wurden mehrere Demonstrantinnen und Demonstranten festgenommen. Das Innenministerium sprach danach unter anderem von «unerträglichen Gewalttaten.»

3000 Polizisten in Position

Nun hat das italienische Innenministerium die Situation analysiert und sah offenbar ein, dass die Polizei ihre Aktivitäten intensivieren muss. Dafür wurde ein Präventionsplan für die nächsten Proteste ausgearbeitet.

Sollte zum Beispiel der italienische Gewerkschaftsbund CGIL mehr als 20’000 Menschen mobilisieren können, auf der Piazza San Giovanni zu demonstrieren, werden circa 3000 bewaffnete Polizisten und Polizistinnen eingesetzt um die Demonstration in Schach zu halten und die institutionellen Plätze zu schützen, schreibt der «Corriere de la Sera». Zudem würden sensible Ziele präventiv beobachtet und einschlägige Webseiten und Social-Media-Kanäle verstärkt überwacht.

Armeeaufgebot für nahenden G20 Gipfel

Ende Oktober wird zudem ein G20-Gipfel in Rom stattfinden. Um dort einen sicheren Ablauf zu gewährleisten sei es notwendig, zusätzlich 500 Soldaten und Soldatinnen einzusetzen, teilte das Ministerium am späten Mittwochabend mit. Ausserdem werde die Überwachung des Luftraums über der Hauptstadt und an «sensiblen Zielen» verstärkt. Die Polizei will auch hier Webseiten und die sozialen Medien ins Visier nehmen.

Die Corona-Passpflicht betrifft rund 23 Millionen Arbeitnehmende in Italien. Bislang musste der Corona-Pass bereits in den Innenräumen von Restaurants, in Kinos oder Sportstadien, in Intercity-Zügen, Bussen und auf Inlandflügen vorgelegt werden.

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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