Serbien – Schweiz: Morgen sind alle Kosovaren Schweizer
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Serbien – SchweizMorgen sind alle Kosovaren Schweizer

Kosovaren fiebern am Freitag mit der Nati mit. Ein Sieg der Schweiz bedeute für viele Kosovaren einen Sieg über die Serben.

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qll/sul
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In den sozialen Medien sind mehrere Beiträge zu finden, die dieses Phänomen thematisieren. So hiess es auf dem Twitter-Account Albanian_Soccer am Sonntag: «Merkt euch dieses Datum: 22. Juni 2018. Serbien gegen die Schweiz (Albaniens B-Team). Das Spiel wird voller Spannung sein. Wir bringen den Serben bei, dass die Niederlage in ihre DNA geschrieben ist.» Auf dem Twitter-Kanal ist auch dieses Bild zu finden.

In den sozialen Medien sind mehrere Beiträge zu finden, die dieses Phänomen thematisieren. So hiess es auf dem Twitter-Account Albanian_Soccer am Sonntag: «Merkt euch dieses Datum: 22. Juni 2018. Serbien gegen die Schweiz (Albaniens B-Team). Das Spiel wird voller Spannung sein. Wir bringen den Serben bei, dass die Niederlage in ihre DNA geschrieben ist.» Auf dem Twitter-Kanal ist auch dieses Bild zu finden.

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Bereits kurz nach dem Spiel gegen Brasilien machten sich User in den sozialen Netzwerken lustig über die Zusammensetzung der Schweizer Nationalmannschaft. Hier sieht man das Schweizer Kreuz, den albanischen Adler, die Sterne aus der bosnischen Flagge und die Strahlen aus der mazedonischen Fahne.

Bereits kurz nach dem Spiel gegen Brasilien machten sich User in den sozialen Netzwerken lustig über die Zusammensetzung der Schweizer Nationalmannschaft. Hier sieht man das Schweizer Kreuz, den albanischen Adler, die Sterne aus der bosnischen Flagge und die Strahlen aus der mazedonischen Fahne.

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Islam Spahiu, Leiter des kosovarischen Konsulats in Zürich, erklärt: «Ich merke in meinem Freundes- und Familienkreis, dass dieses Spiel auch den Albanern näher als andere des Schweizer Teams geht. Vor keinem anderen Spiel der Schweizer Nationalmannschaft wurden soziale Medien und Zeitungen, die über das Spiel berichten, so sehr diskutiert wie dieses Spiel. Ausser vielleicht, als die Schweizer Nationalelf bei der EM gegen Albanien antrat.»

Islam Spahiu, Leiter des kosovarischen Konsulats in Zürich, erklärt: «Ich merke in meinem Freundes- und Familienkreis, dass dieses Spiel auch den Albanern näher als andere des Schweizer Teams geht. Vor keinem anderen Spiel der Schweizer Nationalmannschaft wurden soziale Medien und Zeitungen, die über das Spiel berichten, so sehr diskutiert wie dieses Spiel. Ausser vielleicht, als die Schweizer Nationalelf bei der EM gegen Albanien antrat.»

Die Schweizer Nati bestreitet morgen ihr zweites Gruppenspiel gegen Serbien. Die Partie wirft bereits jetzt hohe Wellen – auch in der albanischen Community. Weil mit Dzemaili, Xhaka, Shaqiri und Behrami vier Spieler mit albanischen Wurzeln für die Schweiz auflaufen, wird das Spiel von manchen zum Duell zwischen Serbien und Albanien umgedeutet.

In den sozialen Medien sind mehrere Beiträge (siehe Diashow) zu finden, die das Phänomen thematisieren. So war auf dem Twitter-Account Albanian_Soccer am Sonntag zu lesen: «Merkt euch dieses Datum: 22. Juni 2018. Serbien gegen die Schweiz (Albaniens B-Team). Das Spiel wird voller Spannung sein. Wir bringen den Serben bei, dass die Niederlage in ihre DNA geschrieben ist.»

«Sie haben ein starkes Wir-Gefühl geschaffen»

Islam Spahiu, Leiter des kosovarischen Konsulats in Zürich, erklärt: «Ich merke in meinem Freundes- und Familienkreis, dass den Albanern dieses Spiel nähergeht als andere Spiele der Schweiz. Keine andere Partie wurde derart heiss diskutiert – ausser vielleicht, als die Schweizer Nationalelf bei der EM gegen Albanien antrat.»

Spahiu führt das hohe Interesse auf die Vorgeschichte Kosovos und Serbiens zurück. «Wenn die Schweiz gegen Serbien gewinnt, ist es für die Albaner irgendwo doch auch ein Sieg über die Serben. Bei einer Niederlage genauso. Vermutlich empfinden die Serben ähnlich.»

Ein weiterer Grund, dass die Kosovaren am Freitag mit der Schweizer Nati mitfiebern, sei, dass die albanischstämmigen Spieler der Schweizer Nationalmannschaft für eine neue Generation ständen. «Sie haben es geschafft, Albaner und Schweizer einander näher zu bringen. Sie haben ein so starkes Wir-Gefühl geschaffen, dass auch die Albaner mit den Schweizern mitfiebern.» Vermutlich sei keine Generation so gut integriert gewesen wie diejenige von Xhaka und Shaqiri. «Sie haben eine neue Heimat geschaffen.»

«Das ist Sport, nicht Politik»

Weniger aufgeregt sehen Serben in der Schweiz der Partie entgegen. Tanja Radojevic, Präsidentin des Serbischen Kulturvereins Dübendorf, meint lapidar: «Es geht um Fussball, nicht um Politik.» Für sie zähle einzig, dass Serbien möglichst weit komme – egal, gegen wen man dabei gewinne.

Ljubisa Miric, Präsident des Serbischen Kulturvereins Sveti Sava in Altstätten SG, sieht das genauso: «Auch die albanisch-stämmigen Spieler tragen das Schweizer Kreuz auf der Brust. Gewinnen oder verlieren die Serben, tun sie dies allein gegen die Schweiz – und nicht gegen Albanien.» Trotzdem fiebere er dem Spiel eifrig entgegen: «Es geht um alles oder nichts.»

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