Der wilde Osten: Morgenröte im Mafia-Land
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Der wilde OstenMorgenröte im Mafia-Land

Moldawien und die abtrünnige Region Transnistrien gehen einen Schritt aufeinander zu. Sie wollen in verschiedenen Bereichen kooperieren. Bereits wurde der Schienenweg geöffnet.

von
rme
Ein Güterzug im Bahnhof von Ribnita. Nach Jahren des Unterbruchs fahren erstmals wieder Güterzüge zwischen Moldawien und der Ukraine durch Transnistrien.

Ein Güterzug im Bahnhof von Ribnita. Nach Jahren des Unterbruchs fahren erstmals wieder Güterzüge zwischen Moldawien und der Ukraine durch Transnistrien.

Eingeklemmt wie eine Essiggurke zwischen Brot und Schinken präsentiert sich Transnistrien auf der Landkarte. Im Westen Moldawien, im Osten die Ukraine. Seit 1992 führt sich das Gebiet als eigenständiges Land auf – das aber von keinem anderen Staat der Welt anerkannt wird. Es ist bitterarm und gilt als Hort von Korruption, Vetternwirtschaft, Geldwäsche sowie Drogen- und Waffenschmuggel.

Nun kommt Bewegung in den Konflikt zwischen Moldawien und seiner abtrünnigen Region. Der moldawische Premierminister Vlad Filat und Transnistriens Präsident Jevgeni Shevchuk haben am Mittwoch eine Absichtserklärung unterzeichnet, in wirtschaftlichen und humanitären Bereichen zusammenzuspannen.

Weitere Gespräche geplant

Laut der Nachrichtenagentur Interfax wurde beispielsweise vereinbart, die Zugverbindung zwischen Moldawien und der Ukraine, die durch Transnistrien führt, vollständig für den Güterverkehr zu öffnen. Bereits am Donnerstag, einen Tag nach der Übereinkunft, verkehrte ein erster Frachtzug. Zudem wird eine Brücke für den Autoverkehr wieder eröffnet, die im Konflikt 1992 zerstört und in der Zwischenzeit repariert wurde.

Filat kündigte weitere Gespräche mit Shevchuk an. Bei diesen soll es unter anderem um eine Modernisierung der Telefon- und Handyinfrastruktur gehen. Auch im Gesundheitsbereich sei eine Zusammenarbeit geplant.

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