Aktualisiert 05.01.2011 22:21

Bischofshofen

Morgenstern mit Schweizer Technologie

Thomas Morgenstern wird heute höchstwahrscheinlich die Vierschanzentournee gewinnen. Der ÖSV-Adler baut dabei auf Technologie aus der Schweiz!

von
Eva Tedesco/Sandro Compagno
Nach der «Wunderbindung» jetzt der «Wunderanzug»: Die ÖSV-Adler in der Skisprung-Welt der Wunder.

Nach der «Wunderbindung» jetzt der «Wunderanzug»: Die ÖSV-Adler in der Skisprung-Welt der Wunder.

Dass Skispringen eine Sportart für Tüftler ist, wissen wir spätestens seit den Olympischen Spielen in Vancouver 2010 und Simon Ammanns «Wunderbindung» mit leicht nach aussen gekrümmtem Metallstift, der die Flugeigenschaften verbessert. 2011 ist dieser Wettbewerbsvorteil dahin, die Skispringer des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) haben die Bindung des Olympiasiegers längst kopiert. Nicht nur das: Mittlerweile sind sie den Schweizern technisch gar eine Nasenlänge voraus. Und dieser Vorsprung stammt erst noch aus der Schweiz!

Morgenstern und Co. tragen unter ihrem Skisprunganzug einen Kompressionsanzug der Firma Skins in Steinhausen ZG. Der Anzug mit dem poetischen Namen S400 All-in-one-Suit verbessert gezielt die Blutzirkulation. «Dadurch wird den aktiven Muskeln mehr Sauerstoff zugeführt und die Leistungskraft erhält einen Energieschub», erklärt Rino Aiello, Verkaufschef Europa von Skins. Der Kompressionsanzug habe positive Wirkungen auf Ausdauer, Kraft und Regeneration. Faktoren, die an einer Vierschanzentournee über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Simon Ammann hat die Tournee, die er so sehr gewinnen wollte, verloren. Als «Landesverräter» sieht man sich in Steinhausen deswegen nicht. Erstens hätten die Österreicher angefragt, ob man gemeinsam einen Ganzkörperanzug entwickeln könne. Und zweitens unterstütze Skins auch viele Schweizer Athleten, so Aiello. «Mike Schmid, Olympiasieger im Skicross, und das ganze Skicross-Team, Mountainbiker Christoph Sauser und Moto2-Pilot Dominique Aegerter, um nur einige zu nennen.» Und vielleicht bald auch Simon Ammann? Rino Aiello: «Wir würden uns natürlich freuen.»

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