Transfer-Zoff: Mosers heikler Transfer von Langnau zu Biel
Aktualisiert

Transfer-ZoffMosers heikler Transfer von Langnau zu Biel

Dieser Wechsel sorgt für rote Köpfe: Langnaus Verteidiger Christian Moser (28) hat bereits beim möglichen Playout-Gegner Biel unterschrieben.

von
Klaus Zaugg
Langnaus Verteidiger Christian Moser im Zweikampf mit Davos-Stürmer Dario Bürgler.

Langnaus Verteidiger Christian Moser im Zweikampf mit Davos-Stürmer Dario Bürgler.

Er ist Langnaus solidester Schweizer Verteidiger. Mit einer Plus/Minus-Bilanz von «nur» -6. Zum Vergleich: Philipp Rytz steht bei -28, Jörg Reber bei -23 und selbst Simon Lüthi bei -10. Ja, es zieht in der Langnauer Abwehr. Keine Frage: Der sanfte Riese Christian Moser (194 cm, 99 kg) wird in den Schicksalspartien um den Ligaerhalt einer der wichtigsten Feldspieler der Langnauer sein. Er ist längst einer der meistunterschätzten Verteidiger der Liga geworden.

Aber Christian Moser ist juristisch schon kein Langnauer mehr, sondern ein Bieler. Er hat beim EHC Biel einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Ausgerechnet bei Biel. Wenn die Seeländer den Einzug in die Playoffs noch schaffen wollen, dann brauchen sie am Samstag in Langnau unbedingt drei Punkte. Und wenn sie die Playoffs nicht schaffen, dann müssen sie in der ersten Playout-Runde gegen Langnau antreten.

In Langnau nie die richtige Wertschätzung erhalten

Biels Sportchef Martin Steinegger weiss sehr wohl um die Brisanz dieses Transfers. Deshalb hat er alles unter Einhaltung grösser Geheimhaltung eingefädelt. Aber es ist gerade im Hockey-Business nichts so fein gesponnen, es kommt doch an das Licht der Sonnen.

Ein Teil der Verantwortung liegt auch bei Langnaus Sportchef Jakob Kölliker. Er hat Christian Moser schon früh wissen lassen, dass er nicht mehr mit ihm plant. Also ist es nur legitim, dass der Verschmähte einen neuen Arbeitgeber gesucht hat. Der Wechsel tut ihm gut: Er hatte in Langnau nie die Wertschätzung bekommen, die er eigentlich verdient hätte. Biel verliert mit Clarence Kparghai (zu Lugano) Thomas Wellinger (zum SCB), Anthony Huguenin (zu Gottéron) und Marc Grieder (zu Ambri) Ende Saison gleich vier Verteidiger. Der Transfer von Christian Moser ist ein wichtiger Schritt bei der Wiederaufforstung der Defensive.

Heikle Momente im Direktduell

Christian Moser stammt aus einer grossen Hornusser-Dynastie. Er ist ein Ehrenmann ohne Fehl und Tadel. Er wird sich bis zum letzten Vertragstag für die SCL Tigers einsetzen. Aber Eishockey ist ein unberechenbares Spiel, das erst noch auf einer glatten Unterlage gespielt wird. Selbst dem motiviertesten, konzentriertesten, bissigsten und willigsten Verteidiger kann ein Fehler unterlaufen, ja er kann sogar ein Eigentor produzieren.

Unterlaufen Christian Moser in der Partie am Samstag gegen Biel oder gar in einer allfälligen Playout-Serie gegen Biel Fehler, dann kann er machen, was er will – es wird im Emmental heissen: Kein Wunder, er hat ja schon in Biel unterschrieben. Und bei den Hardcore-Fans wird das böse Wort «Verräter» die Runde machen.

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