Moskau wirft Tiflis Gewaltbereitschaft vor
Aktualisiert

Moskau wirft Tiflis Gewaltbereitschaft vor

Im Streit zwischen Russland und Georgien hat Moskau neue Vorwürfe gegen Tiflis erhoben. Russlands Aussenminister Sergej Lawrow warf Georgien eine zunehmende Gewaltbereitschaft im Konflikt um die von Tiflis abtrünnige Region Abchasien vor.

Georgien habe die seit 1995 bestehende Zusammenarbeit mit Russland in der Luftverteidigung aufgekündigt und damit zu einer weiteren Eskalation des Konflikts beigetragen, sagte Lawrow am Montag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. Russland sei zunehmend besorgt über den Konfrontationskurs Georgiens.

«Soweit wir das anhand der immer alarmierenderen Fakten beurteilen können, gibt es Versuche, den Konflikt mit Gewalt zu lösen», sagte Lawrow. Der georgische Vize-Verteidigungsminister Batu Kutelija erklärte den Ausstieg aus dem Vertrag über die Luftverteidigung mit dem prowestlichen Kurs seines Landes und der Absicht der Ex-Sowjetrepublik, NATO-Mitglied zu werden.

Moskau ist gegen einen Beitritt seines Nachbarlandes zum Militärbündnis, weil es sich in seine Sicherheit bedroht sieht. Russland hat angekündigt, seine in Abchasien lebenden Staatsbürger notfalls mit militärischer Gewalt zu verteidigen, sollten georgische Streitkräfte in die Schwarzmeerregion einmarschieren.

Georgien wirft Russland dagegen vor, Abchasien annektieren zu wollen. Tiflis kündigte gegen solche Versuche, die territoriale Unversehrtheit Georgiens zu verletzen, ebenfalls militärischen Widerstand an. Die EU, die NATO und die USA hatten sich besorgt über den eskalierenden Streit geäussert.

(sda)

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