Offensive gegen grösste IS-Stadt: Mosul-Rückkehrer könnten in Europa zuschlagen
Aktualisiert

Offensive gegen grösste IS-StadtMosul-Rückkehrer könnten in Europa zuschlagen

2500 Kämpfer aus EU-Ländern sind im Irak und Syrien für den IS aktiv. Nun kommt die Angst auf, diese würde zu Hause zuschlagen.

von
cpm
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Schweres Geschütz: Kurdische Einheiten nehmen etwa 30 Kilometer östlich von Mosul Stellung. (17. Oktober 2016)

Schweres Geschütz: Kurdische Einheiten nehmen etwa 30 Kilometer östlich von Mosul Stellung. (17. Oktober 2016)

kein Anbieter/AP-Photo
Rauchsäulen steigen auf über den Ausläufern der irakischen Stadt Niniveh, etwa 25 Kilometer östlich von Mosul. (17. Oktober 2016)

Rauchsäulen steigen auf über den Ausläufern der irakischen Stadt Niniveh, etwa 25 Kilometer östlich von Mosul. (17. Oktober 2016)

AFP/Safin Hamed
Ein Peschmerga-Konvoi etwa 30 Kilometer vor Mosul. (17. Oktober 2016)

Ein Peschmerga-Konvoi etwa 30 Kilometer vor Mosul. (17. Oktober 2016)

kein Anbieter/AP Photo

Der neue EU-Sicherheitskommissar Julian King fürchtet, dass als Folge der Grossoffensive auf die nordirakische Stadt Mosul gewaltbereite IS-Kämpfer nach Europa zurückkommen könnten. «Das ist eine sehr ernste Bedrohung, auf die wir vorbereitet sein müssen», sagte King der Tageszeitung «Welt».

King trifft am Dienstag in Berlin mit dem Deutschen Innenminister Thomas de Maizière zusammen. Zwar sei es unwahrscheinlich, dass es nach einem Fall der Stadt Mosul «einen Massenexodus von IS-Kämpfern nach Europa geben wird», sagte King. Es befänden sich derzeit insgesamt noch rund 2500 IS-Kämpfer aus EU-Ländern in den Kampfgebieten.

Vergleichbare Fälle in der Vergangenheit, wie etwa Afghanistan, hätten gezeigt, «dass am Ende nur einige Kämpfer zurückkehren, weil einige von ihnen im Gefecht gefallen sind oder aber sich neue Kampfschauplätze suchen», fügte der EU-Kommissar hinzu. Aber selbst eine kleine Anzahl stelle eine ernste Gefahr dar.

Fragliche Sicherheit

King kündigte Vorschläge aus Brüssel für mehr Sicherheit von amtlichen Dokumenten wie Ausweisen an. «Derzeit kann man die Passkontrollen an den EU-Aussengrenzen zu leicht umgehen, indem man falsche Dokumente vorlegt.» Vieles liege zwar in der Kompetenz der Mitgliedstaaten. Aber die EU-Kommission werde noch in diesem Jahr Ideen vorlegen, um die Sicherheit von Reisedokumenten zu verbessern.

«Wir sollten uns auch die Sicherheitsstandards von Geburts- und Heiratsurkunden ansehen – die Dokumente, auf deren Grundlage man Reisedokumente erhält.» Denn es nütze nichts, wenn der Reisepass zwar fälschungssicher sei, aber auf falschen Angaben basiere. Der EU-Sicherheitskommissar bot auch Deutschland Hilfe aus Brüssel bei der Erfassung bislang unregistrierter Flüchtlinge an.

Am Montag hatten irakische Militärverbände die Grossoffensive gegen den IS in Mosul gestartet. Daran beteiligt sind auch kurdische Peschmerga-Kämpfer, unterstützt wird das Bündnis aus der Luft von Kampfflugzeugen der Anti-IS-Koalition. (cpm/sda)

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