Medikamente: Motion für E-Rezepte
Aktualisiert

MedikamenteMotion für E-Rezepte

Dass schlecht lesbare Rezepte das Leben von Patienten gefährden, ruft SP-Nationalrätin Bea Heim auf den Plan. Sie fordert elektronische Verschreibungen und tadelt das passive Verhalten des Bundesrats.

von
Cécile Blaser
Die handgeschriebenen Rezepte sind oft kaum zu entziffern. Foto: key

Die handgeschriebenen Rezepte sind oft kaum zu entziffern. Foto: key

Gemäss einer kürzlich veröffentlichen Studie des Insel­spitals Bern kommt es wegen schludriger Ärzte-Handschriften oft zu fehlerhafter Medikamentenabgabe. Das kann bis zum Tod des Patienten führen (20 Minuten berichtete). Nun schalten sich Politiker ein: SP-Nationalrätin Bea Heim fordert eine sofortige Einführung von elektronischer Verschreibung in ­allen Spitälern. «In den EU-Ländern arbeitet man bereits mit IT-gestützten Verschreibungssystemen, die Schweiz hinkt dabei gewaltig hinterher.» Bereits 2007 hat sich Heim mit der ­Motion «Medikation – mehr Sicherheit dank besserem Risikomanagement» für dieses Thema eingesetzt. Der Bundesrat lehnte ihren Vorstoss jedoch ab. «Das ist absurd», so Heim, die jetzt eine neue Motion nachreichen will. «Es darf nicht sein, dass bis zu 800 Patienten jährlich wegen falscher Medikation sterben.» Der Bund mache zwar viele Versprechungen, handle aber nicht. Dabei brauche es um­gehende Massnahmen für die ­Patientensicherheit.

«Es ist unbestritten, dass elektronische Verschreibung eine sehr positive Auswirkung auf die Sicherheit der Patienten hätte», so Jacques de Haller, Präsident der Vereinigung der Schweizer Ärzte FMH. Die Gesundheitsdirektorenkonferenz GDK und der Bund hätten deswegen bereits ein Projekt zum E-Prescribing angedacht. «So etwas braucht aber Zeit. Man kann nicht alle Ärzte von einem Tag auf den anderen zwingen, mit einem solchen System zu arbeiten.»

«Es darf nicht sein, dass bis zu 800 Patienten pro Jahr wegen falscher ­Medikation sterben und der Bund nicht handelt.»

SP-Nationalrätin Bea Heim

Deine Meinung