Motiv des Dreifachmords von Wohlen weiter im Dunkeln
Aktualisiert

Motiv des Dreifachmords von Wohlen weiter im Dunkeln

Ein 29-jähriger Dominikaner muss sich seit Dienstagmorgen wegen des Dreifachmords von Wohlen (AG) vor Gericht verantworten.

Der Angeklagte streitet die Tat nicht ab. Das Motiv bleibt aber im Dunkeln, weil der Mann einen Gedächtnisverlust geltend macht. Die Anklage fordert für ihn eine lebenslange Zuchthausstrafe.

Dem heute 29-jährigen Dominikaner wird vorgeworfen, am 16. Oktober 2000 im Personalhaus des Cabarets Denise in Wohlen (AG) drei Landsfrauen aus dem Nachtclub-Milieu brutal ermordet zu haben. Die Anklage fordert eine lebenslange Zuchthausstrafe und 15 Jahre Landesverweis wegen mehrfachen Mordes und weiterer Delikte. Das Urteil des Bezirksgerichts Bremgarten soll am Mittwoch eröffnet werden. Der Prozess wurde aus Sicherheitsgründen in die Räumlichkeiten der Mobilen Einsatzpolizei in Schafisheim (AG) verlegt.

Der Angeklagte hatte die drei Frauen im Alter zwischen 30 und 34 Jahren in einer Bar in Zürich getroffen. Nach durchzechter Nacht fuhren sie im frühen Morgengrauen nach Wohlen. In der Dachwohnung des Personalhauses tranken alle vier weiter und konsumierten Kokain.

Um die Mittagszeit kam es zum Tötungsdelikt. Dabei schlug der Mann mit einem Hammer auf die Frauen ein und schnitt ihnen die Kehle durch. Von den drei Opfern wurde die im Cabaret Denise beschäftigte Dominikanerin am übelsten zugerichtet. Sie wies alleine im Gesicht 21 Stich- und Schnittwunden sowie zahlreiche weitere Verletzungen an Kopf und Körper auf. Eine Erklärung dafür fand der Angeklagte bei seiner Befragung vor Gericht nicht. Er bestritt die Bluttat im Grundsatz nicht, wollte sich aber an gar nichts mehr erinnern können. Er habe in grossen Mengen Bier, Whisky sowie Kokain konsumiert und sei unruhig und nervös gewesen.

Nach der Tat nahm der Mann aus einem Portemonnaie eines Opfers 200 Franken sowie einer Toten eine Halskette, zwei Armketten und einen Ring ab. Dann reinigte er einen Teil der Wohnung, säuberte sich und ging. In Wohlen warf er noch einen Plastiksack mit blutverschmierten Kleidern und Tonscherben in einen Garten, bevor er mit einem Taxi nach Zürich zurückkehrte. Das Geld und den Schmuck habe er den Toten abgenommen, um das Taxi bezahlen zu können, sagte er. Eine Verletzung an der rechten Hand, die er sich im Verlaufe der Tat zugezogen hatte, kaschierte er und liess sie wenige Tage später im Universitätsspital Zürich behandeln.

Der Angeklagte war Anfang August 2000 als Tourist in die Schweiz eingereist und wohnte bei seiner Schwester in Zürich. Nach dem Tötungsdelikt hielt er sich weiterhin dort auf, obwohl sein Visum abgelaufen war. Am 4. Dezember 2000 wurde er auf Grund von Hinweisen verhaftet. Neun Tage später legte er ein Geständnis ab. (dapd)

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