Motorenklau: Nun wollen Bötler Wachen aufstellen
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Motorenklau: Nun wollen Bötler Wachen aufstellen

Mysteriöse Diebstahlserie: Seit mehreren Monaten verschwinden an der Aare Bootsmotoren. Die Besitzer sind verzweifelt und erwägen nun, selbst Wache zu schieben.

«Es ist ein Elend. Da arbeitest du dein ganzes Leben für den Traum vom Boot und dann nehmen sie es dir einfach weg», ärgert sich Urs Zaugg (58). Seit 42 Jahren ist er Motorbootsbesitzer, aber eine Diebstahlserie wie diese hat er noch nie erlebt: Seit Anfang Jahr wurden zwischen Grenchen und Solothurn rund 15 Bootsmotoren geklaut – von der Beute und den Tätern fehlt jede Spur.

«Die kommen alle paar Monate wieder», ist Zaugg überzeugt. Er selber wurde bisher von den Dieben verschont. Unter den Fischern überlege man sich jetzt sogar, eine eigene Wache aufzustellen. «Wir müssen besser aufpassen», sagt der leidenschaftliche Bötler, der jeden Tag nach seinem Schiff sieht. «Ich habe ein Nachtsichtgerät dabei und schreibe verdächtige Autonummern auf.»

Bereits kursiert in Solothurn der Witz: «Wenn du deinen Motor wiedersehen willst, musst du in den Ostblock in Urlaub gehen.» Auch Fachleute vermuten

den Absatzmarkt für die geklauten Motoren im Ausland: «Die Motoren sind alle registriert, in der Schweiz gibt es null Chancen, sie loszuwerden», sagt Thomas Mühlemann, Werkstattchef der Bootswerft Faul in Erlach.

Denise Schneitter

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