Aktualisiert 05.07.2012 15:43

Leichtsinn im EngadinMountainbiker stürzt in Schlucht zu Tode

Nur ein Meter breit ist der Weg der Felswand entlang. Während seine Kollegen absteigen, entscheidet sich ein 38-jähriger Holländer für die Weiterfahrt. Er bezahlt das Risiko mit seinem Leben.

von
rme
Auf dem schmalen Weg, der teils mit Brettern gesichert ist, verlor der Mountainbiker das Gleichgewicht. Er stürzte mehr als 100 Meter in die Tiefe. (Bild: Kapo GR)

Auf dem schmalen Weg, der teils mit Brettern gesichert ist, verlor der Mountainbiker das Gleichgewicht. Er stürzte mehr als 100 Meter in die Tiefe. (Bild: Kapo GR)

Das Unglück ereignete sich am Mittwochnachmittag im Val d'Uina, einem Seitental im Unterengadin. Fünf Holländer befanden sich auf einer Mountainbiketour, die sie vom Münstertal über den Schlinigpass ins Val d'Uina bringen sollte.

Bei einer Stelle namens «Galleria» führt ein schmaler, nur etwa ein Meter breiter Weg die Biker rechts der Felswand entlang – links geht es in die Schlucht hinunter. Vier der fünf Biker entschieden sich, die Stelle aus Sicherheitsgründen zu Fuss zu passieren. Der 38-Jährige hingegen habe sich dazu entschieden, auch diesen Weg zu befahren, teilt die Kantonspolizei Graubünden mit.

Nach wenigen Metern verliert der Biker jedoch das Gleichgewicht – ein fatales Missgeschick. Der Holländer stürzt rund 110 Meter in die Schlucht hinunter. Er zieht sich dabei tödliche Verletzungen zu.

Sehr schwierig gestaltete sich in der Folge die Bergung des Verunglückten aus der engen Schlucht. Drei Helikopter waren dazu nötig. Schliesslich gelang es einem der Piloten, seine Maschine so zu kontrollieren, dass sich vier Rettungsspezialisten in die Schlucht abseilen konnten, um die Leiche zu bergen.

Das Val d'Uina befindet sich in der Nähe von Sent (Bild: Google Maps)

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