Aktualisiert 10.03.2020 14:45

Der Lack ist abMourinho muss beweisen, dass er noch «special» ist

José Mourinho steckt mit Tottenham in der Krise. In der Liga hinken die Spurs den Ansprüchen hinterher und in der Champions League droht gegen Leipzig das Aus.

von
ete
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Nach nicht einmal vier Monaten als Tottenham-Trainer steht José Mourinho heftig in der Kritik.

Nach nicht einmal vier Monaten als Tottenham-Trainer steht José Mourinho heftig in der Kritik.

AP/Matt Dunham
In der Liga hinken die Spurs den Ansprüchen hinterher. Die Bilanz aus den letzten vier Partien: Drei Niederlagen und ein Remis.

In der Liga hinken die Spurs den Ansprüchen hinterher. Die Bilanz aus den letzten vier Partien: Drei Niederlagen und ein Remis.

epa/Andy Rain
«Zeit zu beweisen, dass du immer noch ‹special› bist», schrieb die «Daily Mail» vor dem letzten Spiel gegen Burnley. Tottenham spielte nur 1:1.

«Zeit zu beweisen, dass du immer noch ‹special› bist», schrieb die «Daily Mail» vor dem letzten Spiel gegen Burnley. Tottenham spielte nur 1:1.

Martin Rickett

Riesig waren die Ambitionen von José Mourinho, als er im letzten November bei Tottenham als Nachfolger von Mauricio Pochettino präsentiert wurde. Nicht einmal vier Monate später steht der portugiesische Startrainer im Gegenwind. In der Premier League liegt Tottenham lediglich auf Rang acht, mit sieben Punkten Rückstand auf einen Champions-League-Platz. Die Bilanz aus den letzten vier Ligapartien: Drei Niederlagen und ein Remis. Die britischen Zeitungen ätzen. «Zeit zu beweisen, dass du immer noch ‹special› bist», schrieb zum Beispiel die «Daily Mail». Der Beweis blieb aus: Am Samstag reichte es gegen Burnley nur zu einem 1:1.

Komplett genervt knöpfte sich Mourinho nach dem enttäuschenden Remis seinen Rekord-Neuzugang Tanguy Ndombélé vor. Öffentlich. «Ich glaube, der muss begreifen, dass das hier die Premiere League ist», polterte Mourinho. «Ein Spieler mit seinem Potenzial muss uns mehr geben. Bisher ist das nicht genug.»

Ndombélé kam im Sommer für 60 Millionen Euro von Olympique Lyon zu Tottenham – als bisher teuerster Einkauf in der Clubgeschichte. In 27 Pflichtspielen erzielte der 23-jährige Franzose zwei Tore und gab vier Assists. Ndombélé scheint unter Mourinho schwierigen Zeiten entgegenzugehen. «Er muss wissen, dass er besser werden muss und ich ihm keine Einsatzmöglichkeiten mehr geben kann, weil das Team sehr viel wichtiger ist», sagte Mourinho.

Keine «Haie im Strafraum»

Man darf gespannt sein, ob Mourinho den Franzosen tatsächlich auf die (Straf-)Bank setzt. Der nächste Auftritt der Spurs ist am Dienstag das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen RB Leipzig. Aber auch in der Königsklasse läuft es nicht nach Wunsch. Die Nordlondoner liegen nach einem 0:1 im Hinspiel zurück. Unmöglich ist es nicht, den Rückstand aufzuholen, aber in Burnley präsentierte sich Tottenhams Offensive bedenklich harmlos.

Mourinho sagte nach dem Spiel, dass ihm «die Haie im Strafraum» fehlten. Kein Team der Welt könne einfach so vier Monate lang den Ausfall seiner Top-Skorer verkraften. Damit spricht der 57-Jährige die verletzungsbedingten Ausfälle seiner Stürmer-Stars Harry Kane (Oberschenkel-OP) und Heung-Min Son an, der nach einem Armbruch und seit seiner Rückkehr aus Südkorea unter Coronavirus-Quarantäne steht. Mourinho mit der rhetorischen Frage: «Stellen Sie sich nur den neuen Champion Liverpool ohne Salah und Mané vor ...»

Ohne die beiden Starstürmer und ohne Mittelfeldmann Moussa Sissoko trainierte Tottenham am Montag ein letztes Mal vor der Abreise nach Deutschland am heimischen Hotspur Way. Und da gab sich Mourinho im Interview mit Sky Sports wieder gewohnt selbstbewusst: «Wir gewinnen oder verlieren, aber wir werfen alles rein. Müde oder verletzt: Wir geben alles.»

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