Aktualisiert 19.12.2006 08:28

Mozarts Hochsicherheits-Oper

Der Kopf des Propheten ist ab. Unter grössten Sicherheitsvorkehrungen ist gestern Abend in Berlin die Oper «Idomeneo» aufgeführt worden. In der Schlussszene werden den Religionsstiftern, darunter Mohammed, die Köpfe abgeschlagen.

Die Wiederaufführung der umstrittenen Inszenierung von Mozarts «Idomeneo» an der Deutschen Oper Berlin ist ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen.

Nur vereinzelt riefen Zuschauer «Aufhören» bei der Schlussszene, in der die abgeschlagenen Köpfe der Religionsstifter Jesus, Mohammed und Buddha präsentiert werden.

Das Bild hatte im September die Intendantin Kirsten Harms auf Raten der Sicherheitsbehörden veranlasst, die Produktion aus Furcht vor islamistischen Anfeindungen abzusetzen. Diese Entscheidung hatte heftige Kritik ausgelöst. Harms zeigte sich erfreut über den Ablauf der Veranstaltung und sagte: «Heute Abend hatte die Kunst wieder das Wort».

Die Inszenierung von Idomeneo wurde unter Polizeischutz aufgeführt. Wegen der Sicherheitsvorkehrungen und dem grossen Medienaufgebot musste die Vorstellung um rund eine halbe Stunde verschoben werden.

Zur Wiederaufführung waren am Montagabend unter anderem der deutsche Bundestagspräsident Norbert Lammert und Innenminister Wolfgang Schäuble sowie Vertreter islamischer Verbände gekommen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sprach von einer «politischen Demonstration» für die Kunstfreiheit.

(sda)

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