MP3-Player: Lärmgrenzwerte massiv überschritten
Aktualisiert

MP3-Player: Lärmgrenzwerte massiv überschritten

Jugendliche MP3-Benutzer sind zum grössten Teil vernünftig und drehen die Lautstärke ihres Gerätes nicht übermässig auf. Dies ergab eine Befragung der Suva von 450 Schülern in drei Landesteilen.

Unter einem «vernünftigen Schallpegel» versteht die Suva einen Wert von rund 80 Dezibel. Sieben Prozent der Befragten hören allerdings so lange und so laut Musik, dass sie mit einem Pegel von über 85 Dezibel ihr Gehör aufs Spiel setzen, wie die Suva am Dienstag mitteilte.

«Insgesamt gehen die MP3-Benutzer heute etwa das selbe Risiko ein, wie ihre Vorgänger mit dem Walkman vor zehn Jahren», wird Beat Hohmann, Leiter des Bereichs Physik bei der Suva, zitiert. Allerdings hat sich gegenüber 1996 die durchschnittliche Hördauer auf 100 Minuten erhöht bzw. verdoppelt.

Hersteller in der Kritik

Vor einem Jahr hatte die Suva vor vollaufgedrehten MP3-Geräten gewarnt. Ein Test hatte ergeben, dass sämtliche der zehn in der Schweiz meistverkauften MP3-Geräte den Euroäischen Grenzwert von 100 Dezibel übetreffen. Die SUVA empfahl deshalb, Musik bei voll aufgedrehter Lautstärke zu vermeiden oder nur kurzzeitig zu hören.

Auch dieses Jahr hält die Suva mit Kritik gegenüber den Herstellern nicht zurück. Die Geräte wiesen nur rudimentäre Lautstärkeanzeigen ohne Skala oder Ziffern auf und liessen so die Benutzer über den Schallpegel im Ungewissen, schreibt die Suva. Die Geräte könnten aber leicht den Durchschnittspegel errechnen.

Die Suva rät, nicht mehr als eine Stunde pro Woche Musik mit Maximallautstärke zu hören. Die maximale Hördauer bei 90 Prozent der Lautstärkeanzeige solle 3 Stunden pro Woche nicht übersteigen, jene bei 80 Prozent nicht 10 Stunden. Wer nur 60 Prozent der maximalen Lautstärke ausschöpft, muss keine Limiten einhalten. (sda)

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