Aktualisiert 23.10.2003 08:41

«Mr. Kuoni» gestorben

Jack Bolli, der mit 47 Arbeitsjahren bei der gleichen Firma zu «Mr. Kuoni» wurde, ist tot.

Bolli war 1945 zu Kuoni gekommen. Von 1957 bis 1989 leitete er das Unternehmen als Direktionspräsident und bis 1992 als Präsident des Verwaltungsrates. Danach hatte er die Funktion eines Ehrenpräsidenten inne.

Bolli sei massgeblich dafür verantwortlich, dass sich Kuoni zu einem internationalen Konzern entwickelt habe, schreibt das Unternehmen. Unter ihm ist es zur Nummer eins der helvetischen Reisebranche avanciert.

Weniger Erfolg hatte Bolli als Verwaltungsratspräsident des Zürcher Megaprojekts HB-Südwest, das die Überbauung der Geleise des Zürcher Hauptbahnhofs mit einem Dienstleistungs- und Schulungszentrum vorgesehen hatte. Das Vorhaben wurde 1992 abgebrochen; die Wirtschaftlichkeit schien ungewiss.

Jack Bolli galt als Patron alter Schule. Als sein Nachfolger im Direktorensessel Ende der Achtziger Jahre eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey umsetzen wollte, erhob Bolli Einspruch: Die Mitarbeitenden seien zuwenig zu Wort gekommen. Der Nachfolger, den Bolli selbst zu Kuoni geholt hatte, musste daraufhin das Feld wieder räumen. (sda)

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