Obamas Versprecher: Mr. President, Sie Dummschwätzer!
Aktualisiert

Obamas VersprecherMr. President, Sie Dummschwätzer!

Wenn Mitt Romney verbal stolpert, lacht die ganze Welt. Und bei Barack Obama? Der redet bisweilen auch ziemliches Blech. Hier die Top Ten der präsidialen Ausrutscher.

von
Kian Ramezani
Selbst politische Gegner räumen ein, dass Barack Obama ein begnadeter Redner ist. Doch wo viel geredet wird, gibt es auch den einen oder anderen Verpsrecher.

Selbst politische Gegner räumen ein, dass Barack Obama ein begnadeter Redner ist. Doch wo viel geredet wird, gibt es auch den einen oder anderen Verpsrecher.

Mitt Romney steckt in einer misslichen Lage: Egal was er tut oder sagt, es kommt irgendwie schief heraus. Die Liste der Fehltritte des Präsidentschaftskandidaten der Republikaner wächst täglich – dabei wird leicht vergessen, dass auch der Amtsinhaber nicht vor Torheiten gefeit ist. Auch wenn die Aussetzer des US-Präsidenten weder quantitativ noch qualitativ mit jenen Romneys mithalten können, hier in aller Ausführlichkeit seine Top 10:

1. Sein vermutlich berühmtester Versprecher: «In den vergangenen 15 Monaten sind wir durch das ganze Land gereist. Ich habe 57 Staaten besucht und einen habe ich noch vor mir», sagte er am 9. Mai 2008 auf Wahlkampftour in Beaverton, Oregon. Die USA bestehen bekanntlich aus 50 Gliedstaaten, höchstwahrscheinlich wollte er 47 sagen. Wenn rechtskonservative Kreise auf die Ausrutscher George W. Bushs, John McCains oder Mitt Romneys angesprochen werden, verweisen sie gerne auf den Amtsinhaber. Der wisse nicht einmal, wie viele Bundesstaaten die USA haben.

(Video: Youtube/ObamaGaffe)

2. Ausgerechnet an seinem Geburtsort: «Ob in Europa oder hier in Asien …», sagte Obama am 13. November 2011 am APEC-Gipfel – auf Hawaii. Während die Inselgruppe mitten im Pazifik streng genommen keinem Kontinent zugeordnet werden kann, sollte ein US-Präsident auf Nummer sicher gehen und Hawaii zu Nordamerika zählen. Vor allem, wenn er dort geboren wurde.

(Video: Youtube/Ed Morrissey)

3. Geografie ist offenbar nicht Obamas Stärke: «Die USA haben einen grossen Vorteil gegenüber Ländern wie Europa», sagte er am 27. April 2010 an einer Bürgerversammlung in Ottumwa, Iowa. Aber Mr. President ...

(Video: Youtube/ObamaChronicles)

4. Wie war das mit Europa? Am 4. April 2009 sagte Obama am Nato-Gipfel in Strassburg nach einer entsprechenden Frage einer österreichischen Journalistin: Die politische Auseinandersetzungen in Europa erinnern ihn an den US-Senat, weil es viel «wheeling and dealing» (heimliche Absprachen) gebe – wobei er nicht wisse, wie man das auf «österreichisch» sagt. Unser östlicher Nachbar spricht natürlich deutsch.

(Video: Youtube/ObamaChronicles)

5. Apropos deutsch: In seiner Rede vor dem US-Kongress vom 9. September 2009 sprach er sich für Staatshilfen für die serbelnde US-Autoindustrie aus: «Jene Nation, die das Auto erfunden hat, kann es nicht im Stich lassen.» Die Erfindung des Autos wird gemeinhin dem deutschen Carl Benz zugeschrieben. Oder seinen Zeitgenossen Gottlieb Daimler und Nikolaus August Otto, beides ebenfalls Deutsche. Lediglich die Massenproduktion geht auf den Amerikaner Henry Ford zurück.

(Video: Youtube/tegl1n; Position: 09:10)

6. Und nochmal deutsch: Einen Versprecher mit Folgen auf höchster diplomatischer Ebene leistete sich Obama am 29. Mai 2012 im Weissen Haus, als er den polnischen Widerstandskämpfer Jan Karsk mit der «Presidential Medal Of Freedom» ehren wollte: Er sprach von «polnischen Todeslagern» statt von Nazi-Todeslagern in dem von Deutschland während des 2. Weltkrieg besetzten Polen. Der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski protestierte, Obamas Pressesprecher entschuldigte sich.

(Video: Youtube/MOXNEWSd0tC0M)

7. Zur Abwechslung Frankreich: Am 4. November 2011 betonte Obama am G-20-Gipfel in Cannes die gemeinsamen republikanischen Wurzeln der USA und Frankreich. Das Gegenstück zu den in der US-Verfassung garantierten Menschenrechten «Leben, Freiheit und das Streben nach Glück» nannte er «Liberté, ... ja genau.» Nach einigen Sekunden fügte er unter Applaus «Egalité, Fraternité» an.

(Video: Youtube/Ed Morrissey)

8. Dann England: Hier war es nicht so sehr, was Obama sagte, sondern wann. Während des Galadiners im Buckhingham-Palast zu Ehren des US-Präsidenten und seiner Frau Michelle am 24. Mai 2011 wollte Obama einen Trinkspruch auf die Queen ausgeben, doch da spielte im Hintergrund bereits die englische Nationalhmyne. Er sprach weiter und wollte anstossen, doch die Queen ignorierte ihn eisern, worauf er sein Glas peinlich berührt wieder abstellte.

(Video: Youtube/newsreeldemocracy)

9. Damit nicht der Eindruck entsteht, Obama stolpere nur in Europa: Am 18. März 2009 verglich der US-Präsident während der Aufzeichnung der Late Night Show von Jay Lenno seine schlechten Bowling-Fähigkeiten mit den «Special Olympics», der Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung. Später entschuldigte er sich beim Vorsitzenden der Organisation.

(Video: Youtube/ wesawthat)

10. Bei Veteranen-Angelegenheiten ist besondere Vorsicht angezeigt: Am «Memorial Day» 2008, dem Gedenktag für alle gefallenen US-Soldaten, sprach Obama (der sich gerade in den Vorwahlen der Demokraten durchgesetzt hatte und als Präsidentschaftskandidat feststand) in einer Rede in Las Cruces, New Mexico, von «Amerikas ungebrochener Linie gefallener Helden» - und dass er «viele von ihnen im Publikum» sehe. Obama wähnte sich wohl am «Veterans Day».

(Video: Youtube/viddiewellbros)

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