Aktualisiert 25.06.2009 19:51

MordMubarak-Kumpane wird hingerichtet

Einer der reichsten Immobilienhändler und Politiker der arabischen Welt soll wegen des Mordes an einer libanesischen Popsängerin hingerichtet werden. Der Immobilienmogul Hischam Talaat Mustafa ist mit dem ägyptischen Präsidenten Mubarak befreundet und wurde schon als Minister gehandelt.

Ein Gericht in Kairo bestätigte am Donnerstag nach der Zustimmung des Grossmuftis das Todesurteil gegen Hischam Talaat Mustafa. Der Grossmufti, die höchste religiöse Autorität im Land, muss Todesurteilen formal zustimmen. Der Prozess hat im ganzen Nahen Osten und in Ägypten, wo Mitglieder der Elite oft über dem Gesetz zu stehen scheinen, für grosses Aufsehen gesorgt.

Mustafa soll die Ermordung seiner früheren Geliebten Suzanne Tamim im Juli vergangenen Jahres in Auftrag gegeben haben. Einem ehemaligen ägyptischen Polizeibeamten soll er dafür zwei Millionen Dollar (1,4 Millionen Euro) gezahlt haben. Auch das Todesurteil gegen den ehemaligen Polizisten Mohsen al Sukkari wurde vom Gericht bestätigt. Beide Angeklagten hatten in dem unter strengen Sicherheitsvorkehrungen geführten Prozess auf nicht schuldig plädiert. Ihre Verteidiger wollen nun binnen 60 Tagen Berufung gegen die Urteile einlegen.

Die 30-jährige Tamim wurde im Juli in einem Luxushotel in Dubai erstochen aufgefunden. In ägyptischen Medien wurde schnell spekuliert, der verheiratete Mustafa habe eine Affäre mit der Sängerin gehabt und die Bluttat in Auftrag gegeben. Der Expolizist wurde von der Videoüberwachung des Hotels erfasst und die Tatwaffe sichergestellt.

Mustafa steht dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak nahe und wurde auch schon für einen Kabinettsposten gehandelt. Nach seiner Verhaftung wurde seine Immunität als Abgeordneter aufgehoben. Die Ermordung der Popsängerin ist einer der spektakulärsten Kriminalfälle in der arabischen Welt und beherrschte lange die Schlagzeilen der Boulevardpresse.

Maggie Michael, AP

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