Aktualisiert 19.11.2006 19:57

Mubarak will in Ägypten bis ans Lebensende herrschen

Der ägyptische Staatschef Husni Mubarak will bis zu seinem Tode die Geschicke des Landes lenken: «Ich werde dieses Land weiter in die Zukunft führen und dafür die Verantwortung und die Lasten tragen, so lange ein Herz in meiner Brust schlägt und ich atme».

Der 78-Jährige machte seinen Anspruch am Sonntag bei einer Ansprache im Parlament deutlich.

Laut Beobachtern macht die Aussage deutlich, dass Mubarak sein Amt oder wenigstens die Macht über Ägypten für den Rest seines Lebens behalten will.

Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass Mubarak seinen Posten noch vor dem Ende seiner offiziellen Amtszeit 2011 an seinen 42-Jährigen Sohn Gamal übergeben möchte. Der Staatschef hatte dies aber stets ausgeschlossen.

In seiner Rede kündigte Mubarak zudem eine Verfassungsänderung an: Er forderte das Parlament auf, den Artikel 76 so zu ändern, dass es für unabhängige Bewerber einfacher wird zu kandidieren. Der Artikel setzt bislang hohe Hürden für die Kandidatur zum Präsidentenamt, so benötigten unabhängige Bewerber 250 Empfehlungen von Abgeordneten oder Stadträten. Die meisten Mandatsträger gehören aber Mubaraks Regierungspartei NDP an. Die nächsten Präsidentschaftswahlen sollen 2011 stattfinden. Dem 42 Jahre Gamal Mubarak werden Ambitionen nachgesagt, seinem 78-jährigen Vater an der Staatsspitze nachzufolgen.

(sda/ap)

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