Aktualisiert 06.09.2007 15:24

Mügeln: Ermittlungen gegen Inder

Nach der Hetzjagd auf acht Inder im sächsischen Mügeln ermitteln die Behörden jetzt auch gegen eines der mutmasslichen Opfer. Ein 28-jähriger Deutscher hatte eine Anzeige eingereicht.

Auf Anzeige eines 28 Jahre alten Deutschen, der bei den Ereignissen vor knapp drei Wochen verletzt worden war, wurden Ermittlungen gegen einen 41 Jahre alten Inder aufgenommen, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig am Donnerstag mitteilte. Der Mann werde der gefährlichen Körperverletzung verdächtigt. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

Dem Deutschen seien bei den Auseinandersetzungen auf dem Mügelner Stadtfest von einer bislang unbekannten Person Schnittverletzungen am Rücken zugefügt worden, vermutlich mit einer abgeschlagenen Flasche, hiess es.

Bei der polizeilichen Vernehmung habe der beschuldigte Inder von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch gemacht. Hinsichtlich der übrigen bei den Gewalttätigkeiten verletzten deutschen und indischen Festbesucher werde weiter mit Hochdruck an der Aufklärung gearbeitet, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Umfangreiche Ermittlungen

Bei dem Stadtfest Mitte August waren die Deutschen und die Inder aneinandergeraten. Schliesslich hatten rund 50 überwiegend junge Leute die acht Inder durch den Ort gehetzt. Die Inder flüchteten sich vor der Menschenmenge in eine nahe gelegene Pizzeria. Bei der Hetzjagd fielen «Ausländer-raus» und «Deutschland den Deutschen»-Rufe.

Bislang hatte die Staatsanwaltschaft bereits gegen zwölf Männer im Alter zwischen 17 und 35 Jahren wegen Volksverhetzung, Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung ermittelt. Sie stammen aus Mügeln und der Umgebung.

NPD hat mehr Zulauf als SPD

Eine Umfrage ergab unterdessen, dass die NPD in Sachsen die SPD inzwischen in der Wählergunst überrundet: Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl, käme die NPD auf neun und die SPD auf acht Prozent, wie die Forsa-Befragung im Auftrag des Fernsehsenders n-tv ergab.

Stärkste Partei bliebe die CDU mit 38 Prozent der Wählerstimmen. 27 Prozent der Befragten würden der Partei Die Linke ihre Stimme geben, die Grünen könnten mit fünf Prozent rechnen. Befragt wurden 1.130 Wahlberechtigte ab 18 Jahren.

Für eine Zweier-Koalition würde es demnach nicht mehr reichen, weder für ein Bündnis aus CDU und SPD noch einem aus CDU und FDP. In Sachsen regiert seit der Landtagswahl im Jahre 2004 ein Bündnis aus CDU und SPD. (dapd)

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