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IAEA kritisiert AKWMühleberg muss sicherer werden

Experten der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) hat das AKW Mühleberg eingehend geprüft. Sie orteten gewisse Mängel, etwa im Anlagebetrieb, Management und in der Notfallplanung.

Experten der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) empfehlen nach einer Prüfung des AKW Mühleberg der Betreiberin BKW Massnahmen zur weiteren Verbesserung der Sicherheit.

Die so genannte OSART-Mission hatte das Atomkraftwerk vor den Toren Berns im Oktober 2012 unter die Lupe genommen. Die Experten bewerteten das AKW als sicher. Sie stellten aber Vorschläge in Aussicht, mit denen die betriebliche Sicherheit in Mühleberg weiter erhöht werden kann.

Der detaillierte Bericht dazu wurde nun vor wenigen Tagen veröffentlicht, wie aus Artikeln in der «SonntagsZeitung» und der Zeitung «Der Sonntag» hervorgeht. Gemäss dem IAEA-Bericht verbringt beispielsweise das BKW-Management nicht genug Zeit auf der Anlage, um die Arbeiten zu beobachten und das Werkspersonal zu betreuen.

Zwar habe die BKW bereits 2008 Abläufe eingeführt, die zum besseren Verständnis zwischen Managern und Werkspersonal führen sollten. Allerdings hätten diese noch nicht den erwünschten Erfolg gehabt.

Betriebsfeuerwehr und Formalitäten

Zudem sei die Betriebsfeuerwehr nicht zu jedem Zeitpunkt wie vorgesehen zur Verfügung gestanden, bemängeln die Experten. Laut Bericht war dies in 8 von 1045 Schichten der Fall. Zum Teil bemängelten die Experten auch den Umgang mit gewissen Formalitäten, etwa beim Ausfüllen von Übergabeprotokollen oder bei Berichten über Probleme.

Verbesserungspotenzial gibt es ausserdem bei der Notfallplanung. Damit allfällige Risiken für das Personal vermieden werden können, sollte die Betreiberin des Werks den Schutz vor Strahlung bei einem Unfall überprüfen.

Das Notfall-Kontrollzentrum SUSAN sei zwar gegen externe Risiken gesichert und mit den nötigen Kommunikations-Tools ausgerüstet, halten die internationalen Experten fest. Doch die «langfristige Bewohnbarkeit» des SUSAN-Gebäudes sei derzeit für ein Notfallteam nicht gesichert.

BKW prüft Vorschläge

BKW-Sprecher Antonio Sommavilla bezeichnete auf Anfrage die Empfehlungen als üblichen Prozess zur Verbesserung der betrieblichen Sicherheit. Die BKW prüfe die Empfehlungen und wolle entsprechende, geeignete Massnahmen ableiten. Deren Umsetzung solle in rund 18 Monaten beim nächsten Besuch der internationalen Experten präsentiert werden.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) erwartet seinerseits, dass die BKW die Empfehlungen umsetzt. Diese seien zum Teil bereits durch Forderungen des Ensi zum Langzeitbetrieb abgedeckt, wie es auf der Internetseite der Behörde heisst.

Das Expertenteam der IAEA bestätige, dass das Atomkraftwerk Mühleberg die internationalen Vorgaben einhalte, hält das Ensi fest. Die Experten der OSART-Mission hätten sich beispielsweise positiv zu den Massnahmen in Zusammenhang mit Kernmantelrissen geäussert. Ebenfalls gelobt wurde die rasche Anpassung der laufenden Revisionsarbeiten nach dem Bekanntwerden der Befunde im Reaktordruckbehälter eines belgischen Kernkraftwerks. (sda)

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