03.06.2019 12:40

Volksinitiative

Müssen Frauen und Ausländer bald ins Militär?

Ein Verein aus der Romandie fordert die Wehrpflicht auch für Frauen. Nächstes Jahr soll eine entsprechende Volksinitiative lanciert werden.

von
mon
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Der Verein ServiceCitoyen.ch möchte die Dienstpflicht in der Schweiz zu einem Bürgerdienst ausweiten und damit auch Frauen einbinden.

Der Verein ServiceCitoyen.ch möchte die Dienstpflicht in der Schweiz zu einem Bürgerdienst ausweiten und damit auch Frauen einbinden.

Keystone/Yoshiko Kusano
Laut Co-Präsidentin Noémie Roten sollen alle 18- bis 20-jährigen Schweizerinnen und Schweizer rekrutiert werden.

Laut Co-Präsidentin Noémie Roten sollen alle 18- bis 20-jährigen Schweizerinnen und Schweizer rekrutiert werden.

Keystone/urs Flueeler
Ausschlaggebender Punkt: Laut den Vereinsmitgliedern gilt die Wehrpflicht nur für Männer als veraltet.

Ausschlaggebender Punkt: Laut den Vereinsmitgliedern gilt die Wehrpflicht nur für Männer als veraltet.

Keystone/Yoshiko Kusano

Müssen Frauen in der Schweiz bald ins Militär? Wenn es nach dem Verein ServiceCitoyen.ch aus der Romandie geht, soll die Dienstpflicht in der Schweiz zu einem Bürgerdienst ausgeweitet werden – und damit auch Frauen einbinden.

Ganz neu ist die Idee nicht: Sie besteht bereits seit 2011. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, wurde sie aber nun anhand einer Volksinitiative konkretisiert und dazu ein 18-köpfiges Initiativkomitee gegründet. Lanciert wird sie erst nächstes Jahr.

Wehrpflicht nur für Männer mittlerweile überholt

Laut Co-Präsidentin Noémie Roten sollen alle 18- bis 20-jährigen Schweizerinnen und Schweizer rekrutiert werden. Jede Bürgerin und jeder Bürger müsste damit einen Milizeinsatz zugunsten der Gesellschaft und der Umwelt leisten. «Das könnte in der Armee, im Zivildienst, sogar in der freiwilligen Feuerwehr oder in der kommunalen Politik der Fall sein», so Roten.

Zudem stehe im Raum, auch Ausländer zu verpflichten: «Nicht bei der Armee, sondern beim Zivildienst, Zivilschutz oder bei anderen im Gesetz vorgesehenen gleichwertigen Diensten.»

«Das Militär hätte mehr Auswahl»

Ausschlaggebender Punkt: Laut den Vereinsmitgliedern gilt die Wehrpflicht nur für Männer als veraltet. Zudem würden viele als untauglich erklärt werden. Bei allen 20-Jährigen leiste nur jeder Vierte in einer Form Dienst, so Roten.

Wie die Co-Präsidentin betont, gehe es dem Verein nicht darum, die Armee zu schwächen – im Gegenteil: «Durch den grösseren Rekrutierungspool hat das Militär mehr Auswahl», sagt die 30-Jährige. Im Initiativtext werde der Sollbestand sogar garantiert.

«Das würde eine Verfassungsänderung bedingen»

Während die Idee laut Roten bei der Jungen GLP und der Jungen BDP Anklang findet, zeigt sich Werner Salzmann (SVP), Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, wenig begeistert.

Wie er sagt, sei der Zivilschutz Sache der Kantone – der Zivildienst und die Armee hingegen Sache des Bundes. «Mit der Ausweitung der Wehrpflicht auf die verschiedenen Institutionen gäbe es eine Verschmelzung. Das würde eine Verfassungsänderung bedingen», so Salzmann.

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