Waldbrandgefahr: Müssen wir Silvester jetzt ohne Feuerwerk feiern?
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WaldbrandgefahrMüssen wir Silvester jetzt ohne Feuerwerk feiern?

Vielerorts hats seit Wochen nicht mehr geregnet. Zwei Waldbrände gab es in jüngster Zeit bereits. Was bedeutet das für Feuerwerke zum Jahreswechsel?

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num/sda
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Die Löschhelikopter sind weiter im Einsatz, um zu verhindern, dass sich die Brände wieder ausbreiten: Bild aus Lostallo / Soazza.

Die Löschhelikopter sind weiter im Einsatz, um zu verhindern, dass sich die Brände wieder ausbreiten: Bild aus Lostallo / Soazza.

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Am Mittwochabend ist ein weiterer Brand ausgebrochen: Die Flammen nördlich des Dorfes Braggio im Calancatal. (28. Dezember 2016) Bild: Screenshot RSI

Am Mittwochabend ist ein weiterer Brand ausgebrochen: Die Flammen nördlich des Dorfes Braggio im Calancatal. (28. Dezember 2016) Bild: Screenshot RSI

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Im Misox hat sich der Waldbrand am Mittwoch trotz sechs Löschhelikoptern stark ausgedehnt: Ein Löschhelikopter in der Nähe von Mesocco. (28. Dezember 2016)

Im Misox hat sich der Waldbrand am Mittwoch trotz sechs Löschhelikoptern stark ausgedehnt: Ein Löschhelikopter in der Nähe von Mesocco. (28. Dezember 2016)

Keystone/Gabriele Putzu/Ti-Press

Auf der Alpennordseite hat es an vielen Orten seit 38 Tagen weder geregnet noch geschneit. Und auch den Jahreswechsel wird man im Freien feiern können, ohne nass zu werden. Allerdings hat die aktuelle Hochdrucklage auch ihre Schattenseiten: Einige Kantone melden Waldbrandgefahr.

Eine grosse Gefahr stellen Feuerwerkskörper dar, die traditionell an Silvester gezündet werden. Wegen der Waldbrandgefahr dürfen Feuerwerkskörper in beiden Basel nur in einem Abstand von mindestens 200 Metern zum Wald abgebrannt werden.

Silvester könnte neblig werden

In Langenbruck BL gab es vor eineinhalb Wochen bereits einen kleineren Waldbrand. Grund war wohl ein nicht genügend gründlich gelöschtes Feuer in einer Feuerstelle. Aufgrund des Windes fing das Wiesland auf der Schöntalfluh Feuer. Dieses breitete sich in Richtung Wald aus.

Und auch im Sarganserland brannte es kurz vor Weihnachten in einem Waldstück, der Brand musste mithilfe eines Helikopters gelöscht werden. Und Roger Perret von Meteonews kann keine Entwarnung geben: «An der Lage hat sich kaum etwas geändert, es gab in den vergangenen Tagen keine Niederschläge.»

Die Schweiz sei derzeit unter dem Einfluss eines «gewaltigen» Hochs. Dieses bleibe noch bis zum 2. Januar dominant, erst dann folge eine Störung. «Es bleibt bis Silvester beständig schön, allerdings gibt es immer wieder Nebel.» So könne es durchaus auch in der Silvesternacht in den tieferen Lagen Nebel geben, der die Sicht auf die Feuerwerke versperrt.

Gefahrenkarte des Bundes beachten

Die Temperaturen bleiben bis zum Donnerstag mild, erst danach fallen sie laut Meteonews auf null Grad. «In den Bergen ist es milder als in tieferen Lagen», sagt Meteorologe Perret. Wer in der Silvesternacht Feuerwerke abbrennen will, sollte die Gefahrenkarte des Bundes beachten. Sie zeigt, dass die Waldbrandgefahr in Teilen der Kantone Graubünden und Wallis am höchsten ist – allerdings nur an Orten, an denen kein Schnee liegt.

Die aktuelle Wetterlage mit dominierenden Hochdruckgebieten ist indes nichts Aussergewöhnliches im Winter: Auch im vergangenen Jahr gab es im Dezember kaum Niederschlag. An vielen Orten fielen damals erst nach zwei Monaten Regentropfen oder Schneeflocken.

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