Junge Eltern: Mütter arbeiten nicht mehr – trotz tiefer Kita-Kosten
Aktualisiert

Junge ElternMütter arbeiten nicht mehr – trotz tiefer Kita-Kosten

Mütter von Kleinkindern wollen nicht mehr arbeiten, selbst wenn die Krippenplätze günstiger wären. Das zeigt eine Studie, bei der Gutverdienende befragt wurden.

Günstige Krippenplätze reichen nicht aus, um Mütter zurück in die Arbeitswelt zu locken.

Günstige Krippenplätze reichen nicht aus, um Mütter zurück in die Arbeitswelt zu locken.

Keystone/Alessandro Della Valle

Politik und Wissenschaft gingen bisher davon aus, dass ökonomische Anreize genügen, damit junge Eltern – vor allem Mütter – nach der Geburt eines Kindes schneller wieder in den Beruf einsteigen.

Nun stellt die Masterarbeit einer Betriebsökonomin laut dem «Tages-Anzeiger» diese Annahme infrage. Verfasst hat sie Monika Stampfli, ehemalige Geschäftsleiterin der Profawo, einer grossen Anbieterin für Kindertagesstätten (Kitas). Sie studiert Wirtschaftspsychologie an der Fachhochschule Nordwestschweiz und befragte im Januar 479 Eltern (1401 wurden per Mail kontaktiert).

Nur Gutverdienende befragt

Das Ergebnis: Nur 19 Prozent der Mütter und 9 Prozent der Väter könnten sich vorstellen, mehr zu arbeiten, falls Kita-Kosten wegfallen. Befragt wurden Kunden von Stampflis früherem Arbeitgeber Profawo. Laut der Autorin ist die Stichprobe nicht repräsentativ, denn bei den meisten Befragten handle es sich um Gutverdienende ohne Subventionsanspruch. Über 80 Prozent haben einen Hochschulabschluss.

Das Eidgenössische Büro für Gleichstellung von Frau und Mann findet die Studie «interessant». Bei der Interpretation müsse aber berücksichtigt werden, dass die befragten Paare bereits «in relativ hohen Arbeitspensen tätig» seien. Das Büro fühlt sich bestärkt in diversen Punkten, die es schon heute propagiert: Die Firmen müssten ihre «Arbeitsbedingungen verbessern und die Unternehmenskultur ändern».

Von «Tages-Anzeiger» übernommen, bearbeitet durch 20 Minuten.

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