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SimbabweMugabe will bald wieder allein regieren

Präsident Robert Mugabe hat der Allparteienregierung in Simbabwe ein baldiges Ende vorhergesagt. Seine Partei ZANU-PF werde das Land wieder alleine regieren, sagte Mugabe bei seiner Wiederwahl als Parteivorsitzender

«Die Einheitsregierung hat ein kurzes Leben von 24 Monaten», sagte der 85-Jährige, der in dem südafrikanischen Land seit fast drei Jahrzehnten an der Macht ist. Die Partei müsse bei den nächsten Wahlen einen überwältigenden Sieg erreichen, sagte er vor rund 10 000 Delegierten.

Seit 1987 am Ruder

«Wir müssen für die Partei arbeiten, nicht für das eigene Ego», ermahnte Mugabe am Samstag zum Abschluss des Parteitags in Harare die Delegierten. Der 85-jährige simbabwische Präsident Robert Mugabe hat sich für weitere fünf Jahre als Chef der Partei ZANU-PF bestätigen lassen.

Er steht seit 1974 an der Spitze der Afrikanischen Nationalunion von Zimbabwe (ZANU), die 1987 in ZANU-PF umbenannt wurde. Mugabe lenkt seit der Unabhängigkeit Simbabwes von Grossbritannien 1980 auch die politischen Geschicke des Landes, zunächst als Premierminister und seit 1987 als Präsident. Als Parteichef der ZANU-PF könnte er sich 2013 erneut um das Amt des Staatspräsidenten bewerben.

Gezwungen zum Teilen der Macht

Die Machtstellung Mugabes wurde im März 2008 erstmals spürbar in Frage gestellt, als die oppositionelle Bewegung für einen Demokratischen Wandel (MDC) als Siegerin aus der Parlamentswahl hervorging. MDC-Chef Morgan Tsvangirai beanspruchte auch den Sieg bei der gleichzeitig abgehaltenen Präsidentschaftswahl für sich. Mugabe liess jedoch einen international umstrittenen zweiten Wahlgang abhalten, den Tsvangirai aus Protest gegen die massive Einschüchterung seiner Anhänger boykottierte.

Nach der von Wahlfälschung, Einschüchterungen und Gewalt überschatteten Präsidentschaftswahl 2008 bildete Mugabe im Februar 2009 nach monatelangen internationalen Vermittlungsbemühungen eine Allparteienregierung mit seinem Rivalen Morgan Tsvangirai von der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC).

International isoliert

Die Allparteienregierung hat den freien wirtschaftlichen und sozialen Fall des Landes, der die letzten Jahre von Mugabes Alleinherrschaft kennzeichnete, zumindest bremsen können. Die Regierung ist jedoch von Machtkämpfen der beiden Erzfeinde gekennzeichnet und kommt nur wenig voran. Hilfsgelder bleiben rar, da die internationale Gemeinschaft nur wenig Vertrauen in das Bündnis mit dem selbstherrlichen Mugabe hat. (sda/dapd)

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