Mugabe will Kampf bis zum Äussersten
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Mugabe will Kampf bis zum Äussersten

In Simbabwe zeichnet sich ein erbitterter Kampf um das höchste Amt ab. Präsident Robert Mugabe will nicht aufgeben und sich notfalls einer Stichwahl stellen.

Er habe die Unterstützung der Sicherheitskräfte und seiner Partei ZANU-PF, sagte Vize-Informationsminister Bright Matonga am Donnerstag dem britischen Sender BBC weiter. «Präsident Mugabe wird bis zum Letzten kämpfen, er gibt nicht auf!», fügte Matonga hinzu.

Mugabes regierende ZANU-PF hat bei der Parlamentswahl, die am Samstag parallel zu der Präsidentenwahl stattfand, ihre Mehrheit an die Opposition verloren.

Entspannter Mugabe

Der 84-jährige Mugabe zeigte sich unterdessen erstmals seit den Wahlen in der Öffentlichkeit. Im Staatsfernsehen war er kurz bei der Verabschiedung afrikanischer Wahlbeobachter zu sehen. Dabei wirkte er entspannt.

Auch fünf Tage nach der Abstimmung lag das Ergebnis der Präsidentenwahl nicht vor. Es soll nach offiziellen Angaben nach Vorlage des Resultats der Senatswahl veröffentlicht werden. Die oppositionelle Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) reklamiert auch den Sieg bei der Präsidentenwahl für sich.

Mugabes Partei unterlag bei der Parlamentswahl der MDC. Nach dem am Donnerstagmorgen von der Wahlkommission in Harare veröffentlichten offiziellen Endergebnis erreichte die Partei von Oppositionsführer Morgan Tsvangirai 109 der 210 Sitze.

Die ZANU-PF kommt auf 97 Sitze. Mugabes Partei plant für diesen Freitag ein Treffen ihres höchsten Entscheidungsgremiums, des Politbüros.

Matonga äusserte sich zuversichtlich, dass die ZANU(PF) bei der nun anstehenden Auszählung der Wahl für den Senat die Nase vorne habe. Bei der Präsidentenwahl zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Oppositionschef Morgan Tsvangirai und Mugabe ab.

Die MDC hatte Tsvangirai am Vortag nach eigener Auszählung zum Wahlsieger mit einer hauchdünnen Mehrheit von 50,3 Prozent erklärt. Erforderlich für einen Sieg in der ersten Runde ist eine Mehrheit von über 50 Prozent. «Wenn es keinen eindeutigen Sieger gibt, muss es nach dem Gesetz eine Stichwahl geben», sagte Matonga.

Festnahmen

Nach einem Bericht des britischen Senders BBC waren mehrere Mitglieder der MDC abgetaucht. MDC-Mitglieder berichteten dem Sender, ihr Vorsitzender Morgan Tsvangirai sei inzwischen in einem geheimen Versteck untergebracht, da die MDC-Führung im Visier der Sicherheitskräfte stehe.

Die Polizei ging unterdessen in einer offenkundig konzertierten Aktion gegen ausländische Berichterstatter vor, die ohne Akkreditierung aus dem Land berichten. Mindestens vier westliche Journalisten - darunter ein Amerikaner - wurden festgenommen. (sda)

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