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StudieMultitasker schneiden schlecht ab

Hier ein E-Mail beantworten, dort ein SMS lesen und nebenher ein Filmchen auf Youtube schauen. Wer denkt, mediales Multitasking sei effizient, täuscht sich.

von
cho
Ineffizient: Multitasker lassen sich von Reizen treiben.

Ineffizient: Multitasker lassen sich von Reizen treiben.

Denn US-Forscher haben herausgefunden, dass Menschen, die im Alltag viele Medien gleichzeitig nutzen, Konzentrationsaufgaben schlechter lösen, als Mediennutzer, die kaum parallel arbeiten.

Den Neuropsychologen Lutz Jäncke von der Uni Zürich überraschen diese Ergebnisse nicht: «Beim Medien-Multitasking surfen wir von einem angenehmen Reiz zum nächsten. Konzentration und Selbstdisziplin bleiben auf der Strecke. Beim medialen Multitasking lassen wir uns von den Reizen treiben.» Dann ist jener Bereich des Gehirns unteraktiviert, der für die Selbstkontrolle zuständig ist: der so genannte Frontalkortex.

Deshalb sei diese Form des Multitaskings vor allem bei Kindern und Jugendlichen problematisch, weil ihr Frontalkortex noch nicht vollständig ausgereift sei, so Jäncke.

Heikel seien auch Computerspiele. Der Neuropsychologe konnte nämlich zeigen, dass, wer einen unteraktivierten Frontalkortex hat, besonders tief in die virtuelle Welt eintaucht. Dadurch kann die Selbstdisziplin ab- und das Suchtpotential zunehmen. In seiner neuesten Studie untersucht Jäncke nun spielsüchtige Jugendliche.

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.

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