Aktualisiert 27.01.2011 14:58

ÜbersetzungsbrancheMundart schützt vor Konkurrenz

Die Konkurrenz aus dem Ausland will am schnell wachsenden Schweizer Übersetzungsmarkt mitverdienen. Doch die Besonderheiten der Landessprachen erschweren das.

von
Gérard Moinat
Auf Übersetzungen stösst man auch im Alltag immer mehr: Hier in Form eines fünfsprachigen Fussballwörterbuchs für Fussballfans.

Auf Übersetzungen stösst man auch im Alltag immer mehr: Hier in Form eines fünfsprachigen Fussballwörterbuchs für Fussballfans.

Der Übersetzungsmarkt boomt. Trotz Wirtschaftsflaute wuchs die Branche in den letzten Jahren kontinuierlich. Die Umsätze stiegen je nach Übersetzerbüro zwischen 10 und 50 Prozent. Besonders kleinere und branchenübergreifend spezialisierte Unternehmen spürten die Krise kaum. Dem künftigen Wachstum steht ebenfalls wenig im Weg: Dank der anziehenden Konjunktur sind die Auftragsbücher nämlich gut gefüllt.

Gleichzeitig spüren die Übersetzungsbüros aber den Preisdruck der ausländischen Konkurrenz. Denn der Schweizer Markt generiert laut Stefan Winter von der Übersetzungsfirma Euroscript mehr als 150 Millionen Franken im Jahr. Und das will man sich nicht entgehen lassen: «Übersetzungsagenturen aus der EU versuchen, in der Schweiz ihre Margen zu verbessern», so Winter.

Preise befinden sich auf völlig unterschiedlichen Niveaus

Wegen tieferer Lohnkosten unterbieten ausländische Übersetzer die Preise der Schweizer nämlich um bis zur Hälfte. Hiesige Übersetzer mit Durchschnittspreisen von 3 Franken pro Zeile können da nicht mithalten. Die verbesserten Kommunikationsmöglichkeiten per Internet hätten das Problem nochmals verschärft, sagt Daniel Funk von CLS Communications.

Doch auch Schweizer Unternehmen benutzen die Technologien, um Aufträge auszulagern. Zudem sind nicht alle Anbieter dem Kostendruck aus dem Ausland gleich stark ausgesetzt.

«Übersetzer, die vorwiegend für die französische und italienische Schweiz arbeiten, lässt die Konkurrenz aus dem Ausland weitgehend kalt», erklärt Winter. Grund: Das Idiom der Romands können nur Schweizer übersetzen. Franzosen nicht. Das Gleiche gelte auch für Italienisch und in gewissem Masse auch für Deutsch.

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