Tram Region Bern: Mundiger Gemeinderat stellt sich hinter Tram
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Tram Region BernMundiger Gemeinderat stellt sich hinter Tram

Der Ostermundiger Gemeinderat will fast 28 Mio. Franken an das Projekt Tram Region Bern beisteuern. Er hat den entsprechenden Kredit zu Handen des Parlaments verabschiedet.

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sda/cha
In Zukunft sollen Trams statt Busse durch Ostermundigen rollen. (Visualisierung: Mathys Partner)

In Zukunft sollen Trams statt Busse durch Ostermundigen rollen. (Visualisierung: Mathys Partner)

Für den Gemeinderat von Ostermundigen ist das Tram Region Bern ein Generationenprojekt, bei dem der Nutzen die Kosten deutlich überwiegt. Die Gemeindeexekutive hat deshalb den Realisierungskredit zu Handen des Parlaments verabschiedet.

Stimmt am 8. Mai das Parlament dem Kredit von fast 28 Mio. Franken zu, hat Ende September das Volk das letzte Wort. Gleichzeitig sollen auch die Stimmbürger in Bern und Köniz über ihre Anteile am Grossprojekt befinden.

Tram statt Bus

Mit dem Tram Region Bern soll die bestehende Buslinie 10 von Köniz über Bern nach Ostermundigen durch eine Tramlinie ersetzt werden. Das Gesamtprojekt kostet gegen 500 Mio. Franken. Den Hauptanteil übernehmen Bund und Kanton.

Die heutige Buslinie 10 stösst an ihre Kapazitätsgrenze. Der 10-er Bus sei die Pulsader der Region, sagte die Ostermundiger Gemeinderätin Regula Unteregger (SP) am Mittwoch vor den Medien. Die Linie transportiert pro Jahr fast 17 Mio. Fahrgäste. Bis ins Jahr 2030 rechnet Unteregger mit einer weiteren, deutlichen Zunahme.

Die anhaltende Nachfrage könne nicht mehr über eine Verdichtung des Busfahrplans aufgefangen werden. Ein Tram verfüge über zweieinhalb Mal soviel Kapazität wie ein Bus und sei erst noch komfortabler, führte Unteregger aus.

Grossbaustelle - so oder so

Mit dem Bau der Tramlinie will Ostermundigen eine umfangreiche Sanierung von Werkleitungen verbinden. Die Sanierungsarbeiten seien dringend und müssten so oder so an die Hand genommen werden, betonte Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos).

«Im Ort entsteht eine Grossbaustelle, ob wir nun die Tramschienen mit einbauen, oder nicht», doppelte Uteregger nach. Die Bauzeit werde durch das Tram lediglich um zehn bis zwanzig Prozent verlängert. Und auch die beträchtlichen Kosten für die Sanierungsarbeiten fielen ohnehin an.

Keine Steuererhöhung

Der Ostermundiger Gemeinderat ist überzeugt, dass die finanziell nicht auf Rosen gebettete Gemeinde das Tramprojekt ohne Steuererhöhung stemmen kann.

Den Löwenanteil entnimmt die Gemeinde einem «Topf», in dem sie Mehrwertabschöpfungen im Hinblick auf das Tramprojekt bereits gespart, oder vertraglich gesichert hat.

Entsprechende Sanierungsarbeiten werden aus dem Gebührenhaushalt Wasser /Abwasser finanziert. Auch der Gebührentarif werde nicht steigen, versicherte der für die Gemeindefinanzen zuständige Gemeinderat Erich Blaser (SVP). Die Steuerzahler werden voraussichtlich mit 1,03 Millionen Franken zur Kasse gebeten.

«Generationenprojekt»

Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos) bezeichnete das Tram Region Bern als Generationenprojekt, das auch für die Gemeindeentwicklung von Ostermundigen Impulse liefern werde.

Mit dem Bau des Trams würden beispielsweise verschiedene Schlüsselpunkte im Ort aufgewertet. Ein wichtiges Projekt ist gemäss Iten die Umgestaltung der Unterführung beim Bahnhof, wo insbesondere das Umsteigen künftig leichter werden soll.

Der Gemeinderat sei sich bewusst, dass die Bauphase für die Bevölkerung eine Belastung darstelle, sagte Iten. Der Bauablauf sei so geplant, dass die Belastung für die Betroffenen so gering wie möglich bleibe.

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