Für Schwingfest: «Muniflüsterer» zähmt den Siegerstier
Aktualisiert

Für Schwingfest«Muniflüsterer» zähmt den Siegerstier

Er macht den Muni handzahm: Bauer Hans Bichsel trainiert den Schwingfest-Siegesstier. Ihm bleibt nicht viel Zeit.

von
Alessandro Meocci
Hans Bichsel zähmt den Schwingfest-Siegesstier «Fors vo dr Lueg II»

Hans Bichsel zähmt den Schwingfest-Siegesstier «Fors vo dr Lueg II»

Weil der ursprünglich als Hauptpreis des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests vorgesehene Siegesstier kürzlich wegen Gelenkbeschwerden zur Schlachtbank geführt wurde, musste kurzfristig ein Ersatz her.

Bevor der neue Siegermuni «Fors vo dr Lueg II» aber fit für das Ende August in Burgdorf stattfindende Schwingfest ist, nimmt ihn Muniflüsterer Hans Bichsel aus Ranflüh unter seine Fittiche. «Ich rede viel mit ihm und berühre das Tier», sagt der 58-Jährige. Das wichtigste sei, das Vertrauen des 900-Kilo-Brockens zu gewinnen. «Er hört bereits auf meine Stimme», so Bichsel.

Das ist nicht selbstverständlich, denn Bichsel betreut den zweijährigen Swiss-Fleckvieh-Muni erst seit drei Wochen. Damit das scheue Tier am Schwingfest und den zahlreichen Sponsorenauftritten nicht plötzlich rot sieht, umsorgt ihn der Muniflüsterer bis zu fünf Stunden täglich. «Ich mache absichtlich Lärm und Geräusche, um ihn auf Unvorhergesehenes vorzubereiten.»

Respekt vor Munis

Daneben brauche das Tier viel Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit.

Würde ein solch stattlicher Muni durchdrehen, könnte es böse enden: Letztes Jahr wurden in der Schweiz zwei Menschen von Stieren getötet. «Man muss einem Muni mit Respekt begegnen und darf keine Angst haben – das spürt er sofort», sagt Bichsel.

Alessandro meocci

Deine Meinung