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Murmeltier «Phil» verkündet noch sechs Wochen Winter

Murmeltier «Phil» hat seinen Schatten gesehen, und das bedeutet, dass der Winter im Nordosten der USA noch sechs Wochen lang anhält.

Da die Temperaturen in der Ortschaft Punxsutawney im Staat Pennsylvania am Donnerstagmorgen aber schon deutlich über dem Gefrierpunkt lagen, wollte niemand so richtig böse sein. Es gab zwar einige Buhrufe unter den Schaulustigen, doch die meisten stellten sich lieber gleich aufs fröhliche Volksfest am traditionellen «Groundhog Day» ein.

Das Fest geht auf einen seit 1886 bestehenden Brauch zurück, der mit dem Film «Und täglich grüsst das Murmeltier» von 1993 neuen Auftrieb erhielt. Die eigentliche Wurzel des Mythos geht auf deutsche Siedler in den USA zurück: Erwacht am katholischen Feiertag Mariä Lichtmess (2. Februar) ein Tier aus seinem Winterschlaf und wirft einen Schatten, bleibt es winterlich. Ist kein Schatten sichtbar, kommt der Frühling.

In den letzten 120 Jahren hat «Punxsutawney Phil», wie er nach seinem verschlafenen Heimatdorf benannt wird, der Überlieferung zufolge 96 Mal seinen Schatten gesehen. 14 Mal war das nicht der Fall, das letzte Mal 1999. Für die restlichen Jahre liegen keine Daten vor.

Dass «Phil» in den letzten Jahren fast immer seinen Schatten sah, ist angesichts des alljährlichen Rummels nicht weiter verwunderlich: Tausende Einwohner von Punxsutawney und Besucher aus dem Umkreis finden sich stets vor dem Murmeltierbau am Gobbler's Knob ein und durchfeiern die ganze Nacht. Steckt «Phil» am Morgen dann tatsächlich die Nase raus, schalten dutzende Kamerateams die Scheinwerfer ein. Notgedrungen wirft das Pelztier also einen Schatten.

(dapd)

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