Keine negativen Erinnerungen: Murray glaubt nicht an Parallelen zum Vorjahr
Aktualisiert

Keine negativen ErinnerungenMurray glaubt nicht an Parallelen zum Vorjahr

Andy Murray fühlt sich nach seinem Marathon-Match gegen Stanislas Wawrinka bereit für die nächste Aufgabe. Der Schotte hat an seinem freien Tag noch einmal hart trainiert und glaubt, dass er bei der Erholung alles richtig gemacht hat. Daneben hofft Murray für die nächsten Tage auch auf Hilfe von ganz oben.

von
Philipp Reich

Trotz seiner Überstunden in der «längsten Nacht von Wimbledon» will Andy Murray die Mission Heimsieg heute gegen Juan Carlos Ferrero unbeirrt fortsetzen. Der britische Hoffnungsträger hatte nach seiner äusserst knappen Fünfsatz-Partie gegen Stanislas Wawrinka, die erst kurz vor 23 Uhr abends Ortszeit zu Ende ging, Erholung bitter nötig. Über acht Stunden hat Murray in der Nacht auf Dienstag nach eigenen Angaben geschlafen.

«Ich werde bereit sein»

«Ich habe mich gut erholt», erklärte Murray gestern am spielfreien Tag der Männer. «Klar habe ich noch leichte Schmerzen, aber auch die werden vergehen. Ich werde für die Partie gegen Ferrero sicher bereit sein.» Am späten Nachmittag trainierte Murray dann auch bereits wieder auf der Anlage an der Church Road. Neben dem Spiel mit dem Ball und einigen Koordinationsübungen stand auch ein kurzes aber intenisves Krafttraining auf dem Programm. Ob das gut sei für seine arg beanspruchten Muskeln, wollten besorgte englische Journalisten wissen. «Ich habe die richtigen Leute um mich herum und die wissen, wie mein Körper funktioniert», antwortete Murray trocken.

Parallelen zum letzten Jahr

Schon im letzten Jahr musste Murray gegen den Franzosen Richard Gasquet, der in Wimbledon wegen einer Dopingsperre fehlt, im Achtelfinal vier Stunden hart kämpfen. Nach seinem Fünfsatz-Sieg erholte sich der Schotte aber nicht wie gewünscht und musste gegen Rafael Nadal eine enttäuschende Niederlage einstecken. Vieles hat sich seither allerdings geändert. Murray hat sich in allen Belangen verbessert und weiss das auch: «Damals habe ich mich nach dem Spiel gegen Gasquet emotional sehr müde gefühlt. Jetzt will ich unbedingt weiterkommen und ich habe das Zeug dazu», erklärte die Weltnummer 3. «Ich glaube fest daran, dass ich Wimbledon gewinnen kann. Das hat sich im Vergleich zu letztem Jahr sicher verändert.»

Der Vorteil der «Dach-Erfahrung»

Froh ist Murray auch, dass wegen der Hitzewelle in Südengland das Dach über dem Centre Court wohl wieder geöffnet sein wird. Das Spiel gegen Wawrinka war das erste auf dem Centre Court von Wimbledon, das wegen Regens komplett nicht unter freiem Himmel ausgetragen werden konnte. Murray beklagte nach der Partie, dass die Bedingungen ganz anders sind, wenn das Dach geschlossen ist. «Es war sehr, sehr feucht und ich schwitzte enorm. Ich kam mir vor wie in einem Bad», erklärte Murray. «Vor allem die Hände musste ich immer wieder mit dem Handtuch trocknen.»

Ausserdem sei der Platz viel langsamer geworden und es habe viel mehr längere Ballwechsel gegeben. «Auch mein Service zeigte nicht die gewohnte Wirkung.» Trotzdem will Murray die Erfahrung, bei geschlossenem Dach gespielt zu haben nicht missen: «Es ist sicher ein Vorteil, das schon erlebt zu haben, wenn es wieder soweit kommt.» Momentan haben die Wetterfrösche für Wimbledon allerdings keinen Regen angekündigt.

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