Aktualisiert

Stanislas Wawrinka«Murray war schlicht und einfach besser»

Stanislas Wawrinka kann beim Olympia-Turnier in Wimbledon das Erstrunden-Aus gegen Lokalmatador Andy Murray nicht verhindern. Der Romand ist enttäuscht, will jetzt aber im Doppel reüssieren.

von
Monika Reinhard
London

Ganz Grossbritannien richtete am Sonntagnachmittag seine Blicke nach Wimbledon. Auf dem Centre Court war die Olympia-Erstrundenpartie des Weltranglisten-Vierten Andy Murray angesetzt. Der Gegner des Schotten: Stanislas Wawrinka.

Die beiden haben sich in der Vergangenheit schon heisse Duelle geliefert. Beispielsweise im Wimbledon-Achtelfinal 2009, als Murray in fünf Sätzen 2:6, 6:3, 6:3, 5:7, 6:3 gewann. Im Head-to-Head stand es vor dem Olympia-Duell 6:4 für den Schotten. «Wir haben in den letzten Jahren schon oft gegeneinander gespielt, im Training und in Matches. Wir kennen uns gut» gab Wawrinka vor der Erstrundenpartie zu Protokoll. «Wir kennen unsere Stärken und unsere Schwächen. Wir wissen beide, was wir zu tun haben», so Wawrinka vor dem Spiel.

Zu viele Fehler

Der Auftakt in die Partie verlief vielversprechend. Auch wenn Wawrinka bereits bei seinem ersten Aufschlag Breakbälle abzuwehren hatte. 16 Minuten brauchten die beiden Akteure für die ersten zwei Games. Marathon-Stan schien seinem Namen einmal mehr gerecht zu werden. Doch bald einmal schlichen sich beim Romand Patzer ein. Ein Doppelfehler des Schweizers lieferte Murray beim Stand von 3:4 die nächste Breakmöglichkeit auf dem Silbertablett. Der Schotte liess sich nicht lange bitten und verwertete souverän. Der Schlüsselpunkt im ersten Durchgang, den Wawrinka 3:6 verlor.

Auch zu Beginn des zweiten Satzes musste sich der Schweizer gleich wieder breaken lassen. Das Unheil nahm seinen Lauf. Wawrinka fand kein Mittel gegen Murray, der das ganze Publikum im Rücken hatte. Nach anderthalb Stunden schlug der Schweizer den Ball weit über die Grundlinie und beendete damit gleich beim ersten Matchball die Partie. Murray wurde vom Publikum gefeiert, während der Unterlegene schnellstmöglich den Platz verliess.

«Eine Niederlage mehr»

«Wie ich es erlebt habe? Es ist eine Niederlage mehr», so Wawrinkas simple Bilanz direkt nach der Partie. «Ich denke, es war kein schlechtes Spiel. Er (Murray, Anm. d. Red.) war heute schlicht und einfach besser als ich, vor allem auf Gras.» Es seien Details gewesen, die den Unterschied ausgemacht haben. «Ich weiss, dass ich ihn zu Fehlern zwingen und aggressiv spielen muss, wenn ich Chancen kreieren will. Ich habe es probiert. Aber ich hätte vielleicht manchmal etwas einfacher spielen sollen.»

Heiss auf die Titelverteidigung

Für Wawrinka gilt es, die Niederlage rasch abzuhaken. Denn noch sind die Olympischen Spiele für den Romand nicht vorbei. Im Doppel hat er schliesslich mit Roger Federer den Titel zu verteidigen. Die Erstrundenpartie, die ebenfalls am Sonntag über die Bühne hätte gehen sollen, musste allerdings aufgrund von Regen auf Montagmorgen (11.30 Uhr Schweizer Zeit) verschoben werden.

«Ich freue mich sehr auf das Doppel», sagt Wawrinka. Er glaubt, dass man mit den Japanern Kei Nishikori/Go Soeda ein gutes Los gezogen hat. «Das soll nicht heissen, das es einfach wird. Aber es ist ein gutes Team, um sich ins Turnier zu spielen. Wir werden sehen, ob uns das gelingt.»

Eröffnungsfeier als Highlight

Die Eröffnungsfeier, bei der Wawrinka die Schweizer Delegation als Fahnenträger ins Stadion führte, war für den 27-Jährigen bisher das Highlight. «Ich bin froh, dass ich an der Eröffnungsfeier war. Jetzt bin ich aber enttäuscht, dass ich in der ersten Runde rausgeflogen bin», sagt er. Dennoch wolle er möglichst stark von den Olympischen Spielen profitieren.

«Die Eröffnungsfeier war sehr emotional. Da gab es so viele verschiedene Dinge», so Wawrinka. Das Beste sei der Einmarsch ins Stadion gewesen. Wawrinka: «Mit all den Athleten hinter mir - das war der beste Moment. Das war unglaublich!»

Deine Meinung