Pro Patria: Murten-Panorama soll wieder ausgestellt werden
Aktualisiert

Pro PatriaMurten-Panorama soll wieder ausgestellt werden

Die Stiftung Pro Patria will mit Hilfe der Bevölkerung mindestens eine Million Franken sammeln, damit das grosse Panoramabild der Schlacht von Murten in Bern wieder dem Publikum zugänglich gemacht werden kann.

Vor dem Hintergrund des 100-jährigen Bestehens der Bundesfeierspende hat Pro Patria das Murten-Panorama zum Jubiläumsprojekt bestimmt, wie der Stiftungsrat am Montag in Bern bekannt gab. Pro Patria stützt sich auf zwei traditionsreiche Sammelmittel, das Bundesfeierabzeichen und Sonderbriefmarken.

Derzeit prüfe die Post, ob die Pro Patria-Briefmarken 2010 gleichfalls dem Panorama der Schlacht von Murten gewidmet werden können, sagte Pro Patria-Präsident Felix Rosenberg.

Pro Patria will mit ihrem Beitrag eine Art Anschubfinanzierung leisten. Er sei überzeugt, dass mit diesem Paukenschlag die längerfristige Finanzierung des Projekts nun angegangen werden könne, führte Museumsdirektor Peter Jetzler aus.

Pro Patria hat schon in den 1990-er Jahren für das Bourbaki- Panorama in Luzern gesammelt und einen Beitrag von 1,2 Mio. Franken an dessen Restaurierung geleistet.

Jahrelang im Dornröschenschlaf

Das Murten-Panorama ist ein rund 1000 Quadratmeter grosses Rundgemälde das in den Jahren 1893/94 vom deutschen Panoramamaler Louis Braun geschaffen wurde.

Das monumentale Rundbild wurde zunächst in Zürich gezeigt, lag dann aber lange im Dornröschenschlaf und wurde erst für die Landesausstellung Expo.02 wieder zum Leben erweckt und restauriert. Das Bild war im sogenannten Monolith in Murten zu sehen. Seither ist es zum Bedauern vieler wieder eingelagert.

Bedauern in Murten

Seit der Expo.02 sind Bestrebungen im Gang, das Rundbild dem breiten Publikum dauerhaft zugänglich zu machen, und zwar im historischen Museum in Bern, wo eine entsprechende Rotunde gebaut werden soll.

Man habe lange nach einer praktikablen Lösung und einem guten Standort gesucht, auch in der Region Murten, sei dort aber nicht fündig geworden, erklärte Christiane Feldmann, Murtener Stadtpräsidentin und Präsidentin der Stiftung für das Panorama der Schlacht von Murten.

Dies habe natürlich in der Region viele bedauernde Reaktionen ausgelöst. Es gebe auch gewisse Bestrebungen, in der Region Murten doch noch einen Standort zu finden, allerdings habe bislang keine der Ideen konkretisiert werden können.

Der Standort beim Historischen Museum Bern sei ideal, betonte indessen Feldmann. Das Panorama bette sich gut in den Kontext der mittelalterlichen Burgundertappisserien ein. Mit dem renommierten Museum habe man gleichzeitig auch einen starken Partner gefunden, der Konstanz biete.

Auf dem Gelände des historischen Museums in Bern soll für das Rundbild ein eigenes Gebäude errichtet werden. Es soll durch eine Passerelle mit der Etage der Burgundertappisserien verbunden werden, wie Jetzler ausführte.

Es fliesst kein Blut

Das zehn mal hundert Meter grosse Gemälde zeigt, wie die Eidgenossen die Armee von Herzog Karl dem Kühnen besiegen. Im Gegensatz zum grausamen Schlachtverlauf 1476 fliesst auf dem Bild von 1893 kein Blut.

Panorama-Bilder feierten vor allem im 19. Jahrhundert zum Teil grosse Erfolge. Sie waren ein Massenmedium und gelten als Vorgänger des Kinos.

Notiz an die Redaktion: ZUSAMMENFASSUNG

(sda)

Deine Meinung