Zug: Museum gewährt live Einblick in Graböffnung
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ZugMuseum gewährt live Einblick in Graböffnung

Im kantonalen Museum für Urgeschichte in Zug können Interessierte vom 27. Juli bis 31. August live miterleben, wie Archäologen ein Urnengrab aus der Zeit um 1000 vor Christus freilegen. Das Grab war samt einem grossen Erdblock in einer Kiesgrube gehoben worden.

Vor drei Jahren war im Kiesabbaugebiet Äbnitwald bei Oberwil in der Gemeinde Cham ein Friedhof aus der Bronzezeit gefunden worden. Dabei gaben reiche Grabbeigaben aus Keramik und Bronze einen Einblick in die Bestattungssitten vor über 3000 Jahren. Ein damals gefundenes verziertes Zierblech zählt zu den schönsten Goldfunden, die aus dieser Zeit in der Schweiz gefunden wurden.

Seit dieser überraschenden Entdeckung wird der Kiesabbau im Äbnitwald von Fachleuten der Kantonsarchäologie überwacht. Mit fortschreitendem Kiesabbau kommen immer wieder so genannten Brandgräber, das heisst Gräber mit kremierten Verstorbenen, zum Vorschein, wie es in einer Mitteilung der Direktion des Innern des Kantons Zug vom Montag heisst.

Eine besondere Herausforderung für die Archäologie bestehe darin, die Brandgräber wissenschaftlich sorgfältig untersuchen zu können ohne dabei den Kiesabbau zu verzögern. Die fragilen Funde werden deshalb samt der sie umgebenden Erde im Block gehoben und anschliessend im kantonalen Museum für Urgeschichte freigelegt. Diese Arbeiten können Besucherinnen und Besucher vom 27. bis 31. August jeweils am Dienstag von 14 bis 17 Uhr direkt mitverfolgen. (sda)

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