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«Im Banne Ägyptens»Museum vor Raubkunst gewarnt

Das St. Galler Völkerkundemuseum ist alarmiert: Die Ausstellung «Im Banne Ägyptens» zieht Besucher in Scharen an. Nun warnen Fachleute vor Grabräubern und Hehlern.

von
Pascal Brotzer
Museums Direktor Daniel Studer weiss was bei den Grabräubern beliebt ist.

Museums Direktor Daniel Studer weiss was bei den Grabräubern beliebt ist.

Bereits 12 000 Besucher verzeichnet die laufende Ägypten-Ausstellung im St. Galler Völkerkundemuseum. «Ein riesiger Erfolg», wie Museumsdirektor Daniel Studer sagt.

Ein Erfolg allerdings, der Gefahren birgt, wie Studer weiss. Von mehreren Seiten sind dieser Tage Warnungen bei ihm eingegangen. Denn: Seit Ausbruch der politischen Unruhen werden im Land am Nil reihenweise antike Kultstätten geplündert. Tonnenweise, so die Berichte aus Ägypten, werden kostbare Kulturgüter aus Gräbern, Tempeln und Museen geschafft und ins Ausland verschoben.

In der Vergangenheit geschah dies oft über die Schweiz. Direkt oder über Zwischenhändler wird dann versucht, die Ware abzusetzen, nicht selten an spezialisierte Museen. «Eine kleine Totenfigur kostet bereits rund 10 000 Franken und ist dazu noch leicht zu stehlen», so Daniel Studer. Doch die Museen sind gewarnt: «Der Museumsverband ICOM hat uns diese Woche aufgerufen, keine Antiquitäten aus Ägypten zu kaufen», so Studer.

In der Schweiz hofft man überdies auf die Wirkung der Raubkunst-Verträge, die letztes Jahr mit Ägypten unterzeichnet wurden. «Sie sollen die Einfuhr und die Rückfuhr von solchen Kulturgütern besser regeln», so Studer. Der Direktor appelliert vor allem an die Vernunft der Museumsverantwortlichen. «Wir sind das letzte Glied in der Kette.»

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