Aktualisiert 21.12.2007 17:20

Museum war versichert - die Bilder nicht

Die beiden aus dem Kunstmuseum der brasilianischen Metropole São Paulo gestohlenen Gemälde von Picasso und Portinari waren weder durch einen Alarm geschützt noch versichert.

Nur das Museumsgebäude, nicht aber die darin ausgestellten Werke mit einem geschätzten Gesamtwert von einer Milliarde Dollar seien versichert, sagte eine Sprecherin des Museums am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Der Museumsleitung sei die geforderte Versicherungsprämie von fünf Millionen Dollar zu hoch gewesen.

Die Sprecherin gab weiter an, dass das Museum keine Alarmanlage habe. An den Rahmen von Pablo Picassos «Portrait de Suzanne Bloch» aus dem Jahr 1904 sowie des Bildes «O Lavrador de Cafe» des brasilianischen Malers Candido Portinari waren demnach auch keine Sensoren zur Verhinderung eines Raubs angebracht.

Im Auftrag eines Sammlers

Die Sprecherin wies zugleich Vorwürfe brasilianischer Medien zurück, das Museum habe sich schwere Versäumnisse bei den Sicherheitsvorkehrungen zu Schulden kommen lassen. «Was passiert ist, war eine Tragödie, etwas, das auch in anderen Museen auf der Welt vorkommt.»

Den Ermittlern zufolge wurden das auf 50 Millionen Dollar geschätzte Picasso-Bild sowie der schätzungsweise fünf Millionen Dollar teure Portinari im Auftrag eines Privatsammlers geklaut.

Bilder eifrig abgeräumt

Drei Diebe verschafften sich demnach mit einem Wagenheber und einem Brecheisen Zutritt zu dem Museum, während ein viertes Bandenmitglied vor dem Gebäude die Lage beobachtete und die Informationen mit Hilfe eines Handys an seine Komplizen weitergab.

So gelang es den Dieben, die Bilder innerhalb von nur vier Minuten aus zwei verschiedenen Ausstellungsräumen zu entwenden, als die Wachleute des Museums gerade nicht anwesend waren. Während das Museum nach dem Raub geschlossen blieb, lief die Suche nach den Bildern und den Tätern am Freitag auf Hochtouren.

(sda)

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