Basel-Stadt: Museums-Direktorin geht nach Mobbing-Vorwürfen

Aktualisiert

Basel-StadtMuseums-Direktorin geht nach Mobbing-Vorwürfen

Das Historische Museum Basel braucht eine neue Leitung: Die Zusammenarbeit mit Marie-Paule Jungblut wird «in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst».

von
mak
Es rumort hinter den Mauern des Historischen Museums Basel. Nach drei Jahren im Amt muss die Direktorin gehen.

Es rumort hinter den Mauern des Historischen Museums Basel. Nach drei Jahren im Amt muss die Direktorin gehen.

Das Präsidialdepartement und Marie-Paule Jungblut sind übereingekommen, dass es im beiderseitigen Interesse ist, die Zusammenarbeit per 30. September 2015 aufzulösen, wie an einer Pressekonferenz bekannt wurde.

20 Mitarbeiter des Historischen Museums Basel aller Hierarchiestufen beklagten im Mai die unzumutbaren Arbeits-Umstände. Die Rede war von Mobbing, gezielten Falschaussagen der Direktion und einem «Klima der Angst». Die Anschuldigungen machte die «Tageswoche» publik.

Daraufhin wurde gemeinsam mit einem externen Experten eine Analyse der Situation eingeleitet. Daraus erfolgte ein dreimonatiger Prozess der Aufklärung der Situation am Historischen Museum Basel. Aus diesem Prozess resultiert nun die einvernehmliche Trennung. Über die Gründe und den Inhalt der Trennungsvereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart.

Inhaltliche Ausrichtung kein Entlassungs-Grund

Regierungspräsident Guy Morin betont, dass die inhaltliche Ausrichtung des Museums kein Grund für die Trennung gewesen sei. Dieses ist in den letzten Jahren moderner und vermehrt mit Social-Media-Verknüpfungen aufgetreten. «Wir haben zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf die inhaltliche Ausrichtung genommen», so Morin. Philippe Bischof, Leiter der Abteilung Kultur von Basel-Stadt, betont die ausstellerische Tüchtigkeit der scheidenden Direktorin: «Das Historische Museum Basel hat in drei Jahren in seinen vier Häusern 16 Ausstellungen gezeigt . Das ist weit mehr, als von der Politik gefordert wird.»

Die Leitung des Museums wird zusammen mit der bisherigen Vize-Direktorin Gudrun Piller organisiert, bis die Nachfolge geregelt ist. Diese hat keine Eile. «Ziel ist es, dass wir bis im Sommer 2016 eine Nachfolge präsentieren können», sagt Bischof. Es werde aber nicht auf jeden Fall jemand eingestellt. «Es muss einfach für alle Beteiligten stimmen.»

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