Musharraf: «Gefahr für Pakistan»

Aktualisiert

Musharraf: «Gefahr für Pakistan»

In Pakistan hat sich Präsident Pervez Musharraf nach Verhängung des Ausnahmezustands heute Abend in einer Fernsehansprache an das Volk gewandt. Darin begründete er seine Massnahmen damit, dass Pakistan in Gefahr gewesen sei.

Nur durch sein Handeln könne die Einheit Pakistans bewahrt bleiben sagte er mit Blick auf die zunehmende Gewalt durch religiöse Extremisten und Terroristen.

«Wir stehen jetzt vor einer grossen Prüfung», fügte der Militärmachthaber im Staatsfernsehen hinzu. Bei seinen Entscheidungen stehe das Wohl Pakistans «immer an erster Stelle».

Musharraf hatte zuvor den Ausnahmezustand über das Land verhängt und die Verfassung ausser Kraft gesetzt. Der Präsident setzte ausserdem den ihm kritisch gegenüber stehenden Obersten Richter des Landes, Iftikhar Muhammad Chaudhry, ab.

Das Oberste Gericht in der Hauptstadt Islamabad stand kurz vor einem Entscheid, ob Musharraf bei der Präsidentenwahl Anfang Oktober überhaupt hätte antreten dürfen, weil er zugleich Armeechef ist.

Musharraf hatte die von der Opposition boykottierte Wahl im Parlament klar gewonnen. Am 15. November hätte seine Amtszeit als Präsident geendet, dann hätte er neu vereidigt werden müssen.

Das Vorgehen Musharrafs stiess international auf heftige Kritik. Die Europäische Kommission, die USA, Grossbritannien und Pakistans Nachbarland Indien zeigten sich äusserst besorgt über die Lage in Pakistan.

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