03.08.2020 19:41

Antisemitische TweetsMusiker reagieren mit offenem Brief auf rassistische Posts von Wiley

Internationale Musiker veröffentlichen nach antisemitischen Posts des britischen Musikers Wiley gemeinsamen einen offenen Brief, in dem sie sich gegen Antisemitismus und Rassismus aussprechen.

von
Pascal Kobluk
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Nach antisemitischen Tweets von Wiley (41) wurde ein offener Brief von #NoSilenceInMusic veröffentlicht. Dieser wurde von verschiedenen internationalen Musikern unterschrieben.

Nach antisemitischen Tweets von Wiley (41) wurde ein offener Brief von #NoSilenceInMusic veröffentlicht. Dieser wurde von verschiedenen internationalen Musikern unterschrieben.

Ian West/PA via AP
Unter anderem hat die britische Sängerin Rita Ora (29) den Brief unterschrieben.

Unter anderem hat die britische Sängerin Rita Ora (29) den Brief unterschrieben.

instagram/ritaora
Sowie der schottische Künstler Lewis Capaldi (23).

Sowie der schottische Künstler Lewis Capaldi (23).

instagram/lewiscapaldi

Darum gehts

  • Nachdem der britische Grime-Künstler Wiley antisemitische Beiträge veröffentlicht hatte, wurde sein Twitter-Account dauerhaft gesperrt.
  • Dem Rapper drohen nun auch rechtliche Folgen.
  • Vertreter der Musikindustrie veröffentlichen nun einen offenen Brief gegen Rassismus und Antisemitismus.

Der selbsternannte «Godfather of Grime» verfasste vergangene Woche diverse kontroverse Tweets. Er äusserte sich negativ über die jüdische Gemeinschaft und vergleichte die jüdische Religion mit dem Ku-Klux-Klan. Twitter reagierte umgehend und sperrte das Konto wegen antisemitischer Äusserungen. Daraufhin trennte sich Wileys Management vom Künstler.

Wiley drohen nun rechtliche Konsequenzen: Die Londoner Polizei teilte mit, dass man den antisemitischen Kommentaren des Grime-Künstlers nachgehe. In einem Interview mit Sky News hat sich der Musiker mittlerweile öffentlich entschuldigt: Er begründet seine Aussagen damit, dass er sich im Streit mit seinem jüdischen Manager befinde.

Künstler veröffentlichen offenen Brief

Nun haben sich internationale Musiker, Manager und Produzenten zusammengetan und gemeinsam den offenen Brief #NoSilenceInMusic unterschrieben. Die wichtigsten Punkte des Briefes:

  • In den letzten Monaten hätten Rassisten und Antisemiten durch eine Reihe von Veranstaltungen und Vorfällen wiederholt gezeigt, dass sie eindeutig Misstrauen, Hass und Spaltung verbreiten wollten. Dagegen wolle man vorgehen.
  • Die britische Musikindustrie wird gebeten, Verantwortung zu übernehmen und ihre Stimme gegen Rassismus zu erheben.
  • Man wolle zusammenstehen und den Rassismus für künftige Generationen besiegen.

In den letzten Monaten hätten Rassisten und Antisemiten durch eine Reihe von Veranstaltungen und Vorfällen wiederholt gezeigt, dass sie eindeutig Misstrauen, Hass und Spaltung verbreiten wollten. Dagegen wolle man vorgehen.

Mehr als 700 Personen, die in der Musikindustrie tätig sind, darunter Rita Ora (29), Lily Allen (35) und Niall Horan (26), haben den offenen Brief schon unterschrieben.

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56 Kommentare
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El Palo

04.08.2020, 14:36

Ach, immer dieses inflationär verwendete Wort Antisemitismus!! Vielleicht sollte mal einer definieren, was genau damit gemeint ist, denn schliesslich ist es ja erwiesen, dass jüdische Organisationen sich schon dann dieses Wortes bedienen, sobald auch nur Apartheidstaat Israel und seine Gräueltaten in irgendeiner Weise kritisiert werden. So gesehen wäre es ja dann etwas Gutes bzw. Notwendiges um die grauenhafte Siedlungspolitik bzw. der Landraub an den Palästinensern aufzuhalten.

Akademiker

04.08.2020, 13:20

Grenzwertige Aussagen. Problem ist mittlerweile allerdings, dass man gar nichts mehr sagen darf. Das ist genauso falsch, weil sich die in diesem Falle angesprochenen Leute immer mehr rausnehmen. Sachliche Kritik muss weiter möglich sein, an allen Menschen, auch den sogenannten Randgruppen.

Underworld

04.08.2020, 10:23

@Nick ich war selber in Israel, bin Portugiese, wahrscheinlich, sehe ich (etwas) wie ein Palestinenser aus, ich überall schlecht behandelt worden, im Restaurant Arrogant bedient, aber es kann noch schlimmer, als ich mit dem Öv Bus auf dem Ölberg in Jerusalem wollte, kamen zwei schwer bewaffnete jungen Soldaten, forderten mich, aus den Bus zu steigen. Und am Schluss, 5,5 Stunden am Flughafen kontrolliert worden.