«Midburn Festival»: Musikfans zerstampfen Hügel aus der Steinzeit
Aktualisiert

«Midburn Festival»Musikfans zerstampfen Hügel aus der Steinzeit

Teilnehmer des «Midburn Festivals» sorgen für ungewohnte Schlagzeilen: Sie haben einen geschützten Hügel samt 150'000 Jahre alten Werkzeugen zerstört.

«Radikalen Selbstentfaltung»: Ein Pärchen geniesst das Festival in der israelischen Wüste. (Juni 2014)

«Radikalen Selbstentfaltung»: Ein Pärchen geniesst das Festival in der israelischen Wüste. (Juni 2014)

Ein geschützter Hügel mit mehr als 150'000 Jahre alten Werkzeugen aus Feuerstein sei von den Teilnehmern «zu Pulver zerstampft» worden, sagte der für den Südabschnitt der Negev-Wüste zuständige Archäologe am Donnerstag.

Auf dem Hügel in der Nähe von Nachal Boker hätten Menschen vor rund 200'000 und dann wieder vor etwa 14'000 Jahren gesiedelt, sagte Joram Chaimi. «Sie haben dort Werkzeuge hergestellt und der Hügel ist eine archäologisch geschützte Stätte», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die Teilnehmer des «Midburn Festival» hätten sich mit anderen Behörden, aber nicht der Altertumsbehörde abgestimmt. «Sie haben auf dem Hügel einen Tempel errichtet und ihn dann abgebrannt», sagte Chaimi.

Rund 6000 Musikfans hatten fünf Tage lang in der Negev-Wüste gefeiert und sich in einer Zelt- und Caravanstadt der «radikalen Selbstentfaltung» gewidmet. Die Veranstalter sagten nach Angaben der Zeitung «Haaretz», sie hätten alle notwendigen Genehmigungen eingeholt. (sda)

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