Musikindustrie entdeckt das Handy

Aktualisiert

Musikindustrie entdeckt das Handy

Revolution in der Musikindustrie: SonyBMG, die Nummer zwei der Branche, lanciert eine digitale Speicherkarte für Handys. So soll das Marktvolumen gezielt erweitert werden.

Die gebeutelte Musikindustrie hat eine neue Wunderwaffe im Kampf gegen die sinkenden CD-Verkäufe gefunden: Eine Musikspeicherkarte für Handys.

SonyBMG Deutschland hat gemeinsam mit einer taiwanesischen Softwarefirma erste Alben auf einer Secure-Digital-Speicherkarte auf den Markt gebracht.

Ab sofort sind die Titel der CDs «Best of 1990–2005» der Fantastischen Vier sowie «Pop & Wave – Back to the 80s» in dieser Form exklusiv beim Warenhaus Karstadt erhältlich, vermeldete das Branchenblatt «Musikwoche». Kosten pro Karte: 55 Euro.

Eine digitale Revolution: «Die Medienlandschaft verändert sich rasant. Innovative Ideen und

Kreativität sind unsere Antworten», sagt Ulrich Järkel, Strategic-Marketing-Boss bei SonyBMG Deutschland zur «Musikwoche». Er wittert grosses Potenzial. «In Italien wurden dieses Jahr bereits über 100000 Karten von Anastacias neuem Album abgesetzt.

Bei Eros Ramazzottis waren es 2005 sogar 360000», verrät Järkel 20 Minuten. Der Chip stelle eine spannende Markterweiterung dar. Auf der Karte, die in allen gängigen Handys einsetzbar ist, können auch Videoclips oder Trailers gespeichert werden. Das Handy wird so quasi zum iPod oder Walkman mit integriertem TV – und dies in einer exzellenten Stereo-Tonqualität. Für Järkel ist klar: «Wir werden dieses Jahr noch weitere Acts in Speicherkartenform auf den Markt bringen.»

Ob der Chip auch bald in der Schweiz erhältlich ist, steht in den Sternen. Eine Umfrage bei den Majors zeigt, dass alle den Markt beobachten und «gegebenenfalls reagieren» werden.

Ralph Hennecke

Deine Meinung