Fibo-Power 2015: Muskeln, Selfies und Youtube
Aktualisiert

Fibo-Power 2015Muskeln, Selfies und Youtube

Die Schweizer Mucki-Gruppe ProBros sorgt für Massenhysterie an der weltgrösste Fitnessmesse Fibo.

von
Lukas Ninck
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Sie sind die ProBros, die beiden Gründer Mischa Janiec und Patrick Reiser.

Sie sind die ProBros, die beiden Gründer Mischa Janiec und Patrick Reiser.

Lukas Ninck
Die Fans lassen die Kassen klingeln, die ProBro-Wear findet an der FIBO reissenden Absatz.

Die Fans lassen die Kassen klingeln, die ProBro-Wear findet an der FIBO reissenden Absatz.

Lukas Ninck
Patrick Reiser, ProBro-Gründer und Weltmeister im Natural Bodybuilding mit einem Fan.

Patrick Reiser, ProBro-Gründer und Weltmeister im Natural Bodybuilding mit einem Fan.

Lukas Ninck

Schweissgeruch liegt in der Luft der Halle 4.2 der Messe Köln. Laute Musik, düsteres Licht und viel nackte Haut prägen die Szenerie. Das ist die Welt der starken Jungs, es ist die Welt der ProBros. Ihr Stand mit Fitnesskleidern und einer Fotowand platzt fast unter dem Andrang der Fans. Kein Wunder: Ihr Youtube-Channel zählt tausende Followers. Ein Gespräch mit den Gründern Mischa Janiec und Patrick Reiser.

Den ganzen Tag posieren, seid ihr nicht kaputt?

Mischa: Körperlich bin ich nicht so angeschlagen, aber mental wird man schon sehr gefordert. Zwischendurch muss man sich ein paar Minuten vom Stand entfernen um wieder klar zu denken. Es ist eine spezielle Situation.

Patrick: Ja, und auch dann kommen wir keinen Meter weit, ohne für ein Foto angefragt zu werden. Wir haben beide heute bestimmt über 1000 Fotos gemacht.

Mischa: Man merkt halt, wie uns der Sport verbindet. Aber es ist schon speziell, weil uns die Leute von Youtube kennen. Das ist eine asymmetrische Beziehung und die Leute wissen viel mehr über uns als wir über sie.

Was wollen die Jungen von euch wissen?

Mischa: Es gibt sehr viele, die Persönliches oder Trainingsspezifisches wissen möchten. Und viele kommen auch einfach, um Danke zu sagen oder um ein Foto zu machen.

Patrick: Manchmal wollen uns die Leute ihre ganze Geschichte erzählen. Jemand hat mir etwa erzählt, dass er dank uns sogar eine Krankheit überwunden hat, heute wieder fit ist und mitten im Leben steht.

Mischa: Da realisiert man immer wieder, dass das nicht bloss ein Hobby oder Job ist, sondern dass wir wirklich eine Verantwortung haben und Menschen Hoffnung geben können.

Auffallend ist, dass sich auch immer mehr Frauen einreihen. Die Mädchen erobern die Fitnessclubs dieser Welt und die Hersteller entdecken dieses neue Potenzial. So gibt es in den Hallen in diesem Jahr verschiedene Stände mit Fitnesskleider oder Protein-Shakes speziell für Frauen. Und auch die ProBro Army ist keinesfalls nur eine Szene für die harten Jungs. Im Schatten von ProBro-Fitnessmodel Anja Zeidler stählen mehr und mehr Girls ihre Sixpacks.

Im Publikum hat es in diesem Jahr auffallend viele Frauen, wieso?

Patrick: Sicher kennen uns viele Frauen vor allem wegen Anja Zeidler.

Mischa: Ich glaube, wir haben den Leuten gezeigt, was Krafttraining bringt. Ausserdem glaube ich unabhängig vom Geschlecht, dass jeder Mensch nach Anerkennung sucht. Und die Frauen werden langsam mutiger: Wenn sie sich zeigen und positives Feedback erhalten, dann motiviert sie das, noch härter zu trainieren.

Die Jungs und Mädels von ProBro sind Meister darin, sich in den sozialen Medien zu inszenieren und machen so den Kraftsport wieder salonfähig. Auch der Auftritt an der Fibo wird mit Videos und Fotos minutiös dokumentiert. Den Enthusiasmus, den sie dabei ausstrahlen, überträgt sich auf ihre Fans und diese danken es ihnen, indem sie beim Kleiderlabel kräftig einkaufen oder Personaltrainings buchen. Denn längst ist aus dem Hobby auch ein lukratives Business geworden.

ProBros an der Fibo

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