26.05.2016 11:10

Wegen Gerüchten

Muslime greifen Christen in Ägypten an

Bei Kairo berichten Christen von Übergriffen. Auslöser für die Gewalt waren Gerüchte über eine Beziehung zwischen einem Christen und einer Muslimin.

von
gux
Rund zehn Prozent der 90 Millionen Ägypter sind Christen. Sie beschweren sich seit langem über Diskriminierung in der überwiegend muslimischen Nation (Symbolbild).

Rund zehn Prozent der 90 Millionen Ägypter sind Christen. Sie beschweren sich seit langem über Diskriminierung in der überwiegend muslimischen Nation (Symbolbild).

Keystone/AP/Tsvangirayi Mukwazhi

Koptische Christen haben von erneuten muslimischen Übergriffen auf ihre Religionsgemeinschaft berichtet. Nach Angaben der koptischen Kirche vom Mittwoch plünderten am 20. Mai in einem Dorf südlich von Kairo Muslime die Häuser von sieben christlichen Familien und zündeten sie an. Sie hätten sich über Gerüchte erregt, ein christlicher Mann habe eine Affäre mit einer Muslimin.

Der Mutter dieses Mannes seien von der muslimischen Menge die Kleider vom Leib gerissen worden, um sie zu demütigen. Ihr Sohn sei aus dem Dorf geflohen. Polizisten seien fast zwei Stunden nach den Übergriffen eingetroffen und hätten sechs Personen verhaftet, hiess es in der Kirchenerklärung weiter.

Rund zehn Prozent der 90 Millionen Ägypter sind Christen. Sie beschweren sich seit langem über Diskriminierung in der überwiegend muslimischen Nation. (gux/sda)

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