Hass-Inhalte: Muss Apple Telegram aus dem App Store schmeissen?
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Hass-InhalteMuss Apple Telegram aus dem App Store schmeissen?

Gegen den Tech-Giganten Apple wurde eine Klage eingereicht. Die Forderung der Kläger: Telegram soll sofort aus dem App Store verschwinden. Über den Messenger werde zu viel Rassismus und Hassrede verbreitet, so der Vorwurf.

von
Dominique Zeier
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Apple muss sich wegen der App Telegram einer Klage stellen.

Apple muss sich wegen der App Telegram einer Klage stellen.

imago images/ZUMA Wire
Über die App werde zu viel Hassrede verbreitet. 

Über die App werde zu viel Hassrede verbreitet.

Unsplash
Das findet der ehemalige US-Botschafter Marc Ginsberg und seine Non-Profit-Organisation «Coalition for a Safer Web».

Das findet der ehemalige US-Botschafter Marc Ginsberg und seine Non-Profit-Organisation «Coalition for a Safer Web».

imago/ZUMA Press

Darum gehts

  • Apple wird von einer Non-Profit-Organisation verklagt.

  • Grund dafür ist die App Telegram.

  • Über diese werde Hassrede und Rassismus verbreitet, so der Kläger.

  • Nun wird von Apple verlangt, Telegram aus dem App Store zu schmeissen.

Apple muss sich einer neuen Klage stellen. Grund dafür ist dieses Mal die App Telegram. So klagt der ehemalige US-Botschafter Marc Ginsberg und seine Non-Profit-Organisation «Coalition for a Safer Web» gegen den Tech-Giganten, weil die Chat-App Telegram zur «Anstachelung religiöser und rassistischer Gewalt» benutzt werde. Apple sei dies bewusst und müsse daher sofort handeln.

Konkret verlangt Ginsberg, dass Apple Telegram gänzlich aus dem App-Store verbannt. Schliesslich sei Apple dafür verantwortlich, seine Nutzer vor Gewaltaufrufen durch Extremisten zu schützen, heisst es im Schreiben der Non-Profit-Organisation. Ausserdem sollten die Dienste von Apple nicht dafür missbraucht werden dürfen, Hassinhalte und Hassrede zu verbreiten. Tatsächlich würden die Inhalte, die über Telegram verbreitet werden, deutlich gegen die Nutzungsbedingungen von Apple verstossen.

«Schlimmer als Parler»

Ginsberg vergleicht Telegram mit der mittlerweile im App Store gesperrten App Parler. Die Nachrichten, die über Telegram verschickt würden, seien demnach noch viel schlimmer als die Inhalte, die auf Parler zu finden waren. Denn die App habe sich zum «bevorzugten Kommunikationskanal» für Neonazis und White-Supremacy-Gruppen entwickelt. Gegenüber der «Washington Post» nennt Ginsberg die App sogar einen «Superspreader für Hassrede».

Daher habe die «Coalition for a Safer Web» die Klage am Sonntag eingereicht. Man habe keine andere Lösung mehr gesehen, nachdem man Apple bereits seit Monaten immer wieder auf die rechtsextremen Inhalte in Telegram aufmerksam gemacht habe. Eine Reaktion des Tech-Giganten sei ausgeblieben.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die App Telegram aus dem App Store verschwindet. Bereits im Jahr 2016 warf der Konzern die App kurzzeitig aus seinem Sortiment, da die Moderation der Inhalte nicht nach den Vorgaben von Apple durchgeführt worden sei. So soll laut Heise.de beispielsweise Kinderpornografie über den Chat-Dienst verbreitet worden sein. Daraufhin hatte Telegram gegen Apple eine Kartellbeschwerde bei der EU-Kommission eingereicht.

Bist du oder jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Tel. 147

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