Positiver Shaqiri: Was passiert, wenn ein zweiter Spieler Symptome zeigt?

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Positiver ShaqiriWas passiert, wenn ein zweiter Spieler Symptome zeigt?

Xherdan Shaqiri ist kurz nach dem Einrücken ins Camp der Nationalmannschaft positiv auf das Coronavirus getestet worden. Alle Fragen und Antworten hier.

von
Eva Tedesco
Xherdan Shaqiri beim Zusammenzug der Schweizer Nationalmannschaft am Montag in Abtwil – kurz darauf wurde er positiv getestet.  

Xherdan Shaqiri beim Zusammenzug der Schweizer Nationalmannschaft am Montag in Abtwil – kurz darauf wurde er positiv getestet.

Foto: Keystone

Am Dienstagmorgen wurde die Fussball-Schweiz vom positiven Corona-Test von Xherdan Shaqiri geschockt. Wenig später informierte der Schweizerische Fussballverband (SFV) an einer Pressekonferenz über den Fall und die Konsequenzen für die kommenden Partien (Länderspiel gegen Kroatien am Mittwoch, Nations-League-Duelle gegen Spanien und Deutschland am Samstag und Dienstag). Alle Fragen und Antworten hier
im Überblick.

Shaqiri ist positiv – mit welchen Mitspielern hatte er Kontakt?

«Die Frage ist dabei insbesondere, wie eng ist der Kontakt?», sagt Teamarzt Dr. Martin Maleck dazu. In der Nationalmannschaft passe man auf und halte sich streng an die «Return to Play»-Regeln, die der Bund und die Uefa vorgeschrieben hätten. Die Spieler tragen bei den Teambesprechungen Masken, wenn sie sich im Hotel bewegen und natürlich auch im Teambus. Beim Essen wird der Sicherheitsabstand gewährleistet wie übrigens auch in den Sitzungszimmern. Seit Corona müssen alle Spieler im Teamhotel in einem Einzelzimmer untergebracht werden. Konkret konnte Maleck allerdings nicht sagen, wen im Nationalteam Shaqiri allenfalls noch hätte anstecken können.

Mit wem aus dem Staff hatte er Kontakt?

Xherdan Shaqiri trainierte am Montagnachmittag noch zusammeen mit der Mannschaft. Da war die Welt für ihn noch in Ordnung.

Xherdan Shaqiri trainierte am Montagnachmittag noch zusammeen mit der Mannschaft. Da war die Welt für ihn noch in Ordnung.

Foto: Keystone

Natürlich mit Nationaltrainer Vladimir Petkovic und auch anderen Personen aus dem Trainer- sowie dem Medical-Staff. Allerdings wurde auch da auf Social Distancing geachtet und sich auch an die Maskenpflicht gehalten, wie es heisst.

Sind die Länderspiele gefährdet?

Nein, das Freundschaftsspiel gegen Kroatien am Mittwoch ist nicht in Gefahr. Die weitere Vorgehensweise werde mit der Gesundheitsbehörde und der Uefa abgeklärt, sagt Maleck. Und natürlich seien alle anderen Spieler auch getestet worden, und alle seien negativ. «Wir können somit weitermachen wie geplant, und das Spiel gegen Kroatien findet statt», so der Mediziner. Die Mannschaft könne auch normal weitertrainieren.

Teamarzt Martin Maleck gibt vorerst Entwarnung für die Spiele der Nationalmannschaft.

Teamarzt Martin Maleck gibt vorerst Entwarnung für die Spiele der Nationalmannschaft.

Foto: Keystone

Kann doch noch etwas das Spiel am Mittwoch verhindern?

Das Einzige, was verhindern könne, dass das Freundschaftsspiel gegen Kroatien am Mittwoch in St. Gallen stattfindet, wäre, wenn bei anderen Personen plötzlich Symptome auftauchen würden, erklärte der Arzt. Dann müsste man noch einmal neu entscheiden.

In welchen Abständen wird getestet?

«Gemäss dem Return to play-Protokoll müssten wir erst am Freitag und am nächsten Montag wieder testen. Aus Sicherheitsgründen haben wir im Fussballverband für uns entschieden, schon am Mittwoch einen zusätzlichen Test durchzuführen. Einfach auch für den weiteren Ablauf», erklärt Dr. Maleck. Es gehe allerdings nicht schneller als bei normalen Tests. Notfalltests hätten Vorrang. «Man muss von 24 Stunden ausgehen, bis das Ergebnis vorliegt

Wie geht es Shaqiri, und wie geht es mit ihm weiter?

Xherdan Shaqiri befindet sich im Hotel auf seinem Zimmer in Isolation. 

Xherdan Shaqiri befindet sich im Hotel auf seinem Zimmer in Isolation.

Foto: Keystone

«Xherdan Shaqiri befindet sich im Hotel in Isolation. Das weitere Vorgehen werden wir nun besprechen,
aber ich habe erst vor drei Stunden das positive Testresultat bekommen. Wir sind auch im Austausch mit der Gesundheitsbehörde St. Gallen und natürlich auch mit dem Contact-Tracer-Team. Das Ganze wird genauso gehandhabt wie in jedem anderen Fall», so Dr. Maleck. «Er wird vermutlich in irgendeine Form der Isolation müssen.»

Kann sich das Team so überhaupt auf Fussball konzentrieren?

Teamkollege Fabian Schär will bei den kommenden Länderspielen trotz allem die bestmögliche Leistung abrufen.

Teamkollege Fabian Schär will bei den kommenden Länderspielen trotz allem die bestmögliche Leistung abrufen.

Foto: Keystone

«Natürlich wünschen wir uns alle, dass die Situation nicht so ist, wie sie ist», sagt Fabian Schär. «Aber wir müssen es so akzeptieren und das Beste daraus machen. Wir sind professionell genug und kennen die Situation ja auch aus den Clubs. Wir versuchen, alles, so gut wie es geht, auf die Seite zu schieben und die bestmögliche Leistung abzurufen.»

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