Aktualisiert 12.06.2019 22:48

Unfall mit Pneukran

Muss der Lebensretter nun den Ausweis abgeben?

Am Dienstag verursachte ein Chauffeur einen Unfall, weil er einem auf der Fahrbahn liegenden Töfffahrer auswich. Hat das nun Konsequenzen für ihn?

von
juu
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Am Dienstagmorgen (11 Juni 2019), kurz nach 07.40 Uhr, ist es auf der Wattwilerstrasse in Ricken SG zu einem Unfall gekommen.

Am Dienstagmorgen (11 Juni 2019), kurz nach 07.40 Uhr, ist es auf der Wattwilerstrasse in Ricken SG zu einem Unfall gekommen.

Kapo SG
Dabei überschlug sich ein 96 Tonnen schwerer Pneukran.

Dabei überschlug sich ein 96 Tonnen schwerer Pneukran.

Kapo SG
Doch die Bergung gestaltet sich alles andere als einfach.

Doch die Bergung gestaltet sich alles andere als einfach.

Kapo SG

Es waren spektakuläre Szenen, die sich am Dienstag gegen 7.40 Uhr auf der Wattwilerstrasse in Ricken SG abspielten: Nachdem ein Töfffahrer auf den Anhänger des vor ihm fahrenden Wagens auffuhr, wurde er durch die Wucht des Aufpralls vom Motorrad geworfen und schlitterte auf die gegenüberliegende Fahrbahn.

Dort näherte sich gerade ein 96 Tonnen schwerer Pneukran. Dem Chauffeur gelang es, dem auf der Strasse liegenden 61-jährigen Töfffahrer auszuweichen, indem er sein Fahrzeug über den Fahrbahnrand hinaus lenkte. Doch dabei verunfallte dieser ebenfalls: Der achtachsige Spezialkran überschlug sich und kippte zur Seite. Wie durch ein Wunder wurde bei den Unfällen niemand ernsthaft verletzt.

Ethisches Verhalten des Chauffeurs war «top»

In den sozialen Netzwerken wird der Lenker des Pneukrans als Held gefeiert. «Mein grösster Respekt an den Chauffeur! Für mich ist er ein Held», ist der allgemeine Tenor unter den Kommentaren. Doch einige fragen sich auch, was nun mit dem 57-Jährigen passiert: «Ist das Nichtbeherrschen des Fahrzeuges? Muss der Mann jetzt für seine Heldentat das Billett abgeben?»

«Das obliegt nicht der Polizei, sondern dem Strassenverkehrsamt», sagt Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Seitens der Polizei findet man das Verhalten, das der Chauffeur in dieser heiklen Situation an den Tag legte, aus ethischer Sicht «top». Grundsätzlich sei das Menschenleben das höchste Gut.

Warten auf Rapport

Auf Anfrage bei der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen heisst es: «Von diesem Unfall wird durch die Kantonspolizei St. Gallen ein Bericht zu Handen der Staatsanwaltschaft erstellt. Diese wird dann, wie bei allen Unfällen üblich, ein allfällig strafbares Verhalten aller Beteiligten prüfen.» Derzeit ist laut Sprecherin Beatrice Giger noch kein Rapport bei der Staatsanwaltschaft eingegangen.

Aufwendige Bergung

Die Bergung des Pneukrans gestaltet sich schwierig. Bis mindestens Donnerstag wird die Wattwilerstrasse von 22 bis 5 Uhr morgens laut der Kantonspolizei St. Gallen komplett gesperrt. In der Nacht auf Mittwoch waren bereits über 20 Spezialisten vor Ort. Zudem seien zwei Kräne aufgestellt worden: Einer auf der Wattwilerstrasse und der zweite, etwas kleinere, auf einem zuvor künstlich angelegten Kiesweg.

So gelang es am frühen Mittwochmorgen, den Pneukran wieder auf die Räder zu stellen. In der Nacht auf Donnerstag soll der Kran verladen und abtransportiert werden.

Doch der Einsatz ist nach der Bergung des Pneukran noch nicht abgeschlossen. Wie es seitens der Polizei heisst, ist beim Unfall eine grosse Menge Öl ausgelaufen, das nach dem Abtransport abgebaggert werden muss.

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