Talk mit Ausbildungsexperten – Muss ich als Lernende ständig Deppen-Arbeiten machen?
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Talk mit AusbildungsexpertenMuss ich als Lernende ständig Deppen-Arbeiten machen?

Wie kannst du dich am besten für eine Lehrstelle bewerben, warum muss ich immer putzen? Im Live-Talk mit 20 Minuten stellten sich Ausbildungsexperten den Fragen der Community.

von
Fabian Pöschl
Sandro Spaeth

Der Talk mit den Experten Stefanie Näf von Yousty und Janis Grunder von Professional.ch in voller Länge.

20 Minuten/Marco Zangger

Darum gehts

  • Die Community konnte Ausbildungsexpertinnen und -experten Fragen zur Lehre stellen.

  • Sie kamen ins Studio von 20 Minuten zum Experten-Talk.

  • Die wichtigsten Fragen und Antworten siehst du hier in den Videos.

Die Corona-Krise trifft Lernende besonders hart. Die Chancen auf einen Job nach der Lehre sind in einigen Branchen noch schlechter als ohnehin. Was können die Lernenden nun tun? Wie sollen sie sich bewerben? Zwei Ausbildungsexperten haben die Fragen der 20-Minuten-Community beantwortet.

Stefanie Näf von der Lehrstellenplattform Yousty hat viel mit Schülerinnen und Schülern zu tun. Janis Grunder von der Stellenplattform Professional.ch hilft Firmen, die richtigen jungen Fachkräfte zu suchen. Die beiden kamen am Donnerstagmittag ins Studio von 20 Minuten zum Live-Talk.

Die wichtigsten Fragen und Antworten aus dem Live-Talk siehst du hier in den Videos:

«Man kann auch nach der Lehre noch studieren»

News-Scout Maria will wissen: «Lehre oder Gymi, wofür soll ich mich entscheiden?» Yousty-Expertin Stefanie Näf sagt: «Fürs Gymnasium muss man einen gewissen Notenschnitt haben oder Prüfungen bestehen. Wer Mühe hat in der Schule, für den wird es im Gymnasium schwer. Man kann aber auch nach der Lehre noch studieren, das wissen viele nicht.»

«Es kommen viele schlechte Bewerbungen an»

News-Scout Manuela sagt, dass die Bewerbungen vieler Lehrstellensuchenden immer schlechter werden. Sie fragt sich, warum die Dossiers nicht nochmals kontrolliert werden. «Es kommt oft vor, dass eine Bewerbung falsch beschriftet ist, oder dass Dokumente fehlen. Es ist aber extrem wichtig, dass die Dossiers seriös daherkommen», sagt Näf. Sie empfiehlt, eine Zweitperson aus der Familie oder dem Bekanntenkreis zu fragen, ob sie den Text gegenlesen kann.

«Es gibt in jedem Beruf Aufgaben, die man nicht gerne erledigt»

Sina fragt, ob es in Ordnung sei, dass sie in der Lehre die «Deppen-Arbeiten» wie Putzen und Abstauben erledigen muss. «Lernende dürfen nur für Aufgaben eingesetzt werden, die etwas mit der Ausbildung zu tun haben», sagt Näf. Solche Aufgaben, die niemand gerne übernehme, würden zwar ein Stück weit dazugehören, wer aber häufiger als andere im Team solche Arbeiten übernehmen muss, soll das Gespräch mit dem Berufsbildner oder der Berufsbildnerin suchen.

«Lernende müssen sich selbst genug Zeit geben»

Lorena geht nicht gerne in die Berufsschule, weil sie Angst davor hat. Was soll sie tun? «Wichtig ist der Austausch mit den Mitschülerinnen und Mitschülern, vielleicht geht es den anderen ähnlich», sagt Näf.

«Die ganze Lehre ist eine Vorbereitung auf die LAP»

Florin fragt, wie man sich am besten auf die Lehrabschlussprüfung vorbereiten kann. Näf rät zu frühzeitiger Planung und zum Austausch mit Mitschülerinnen und Mitschülern. Professional.ch-Experte Janis Grunder rät zu frühem Lernbeginn in Fächern, in denen man nicht so stark ist, er empfiehlt drei Monate vor der LAP.

«Wenig Arbeitserfahrung kann auch positiv sein»

Ilayda fragt, was sie tun kann, wenn viele Unternehmen erfahrene Mitarbeitende suchen, sie aber frisch aus der Lehre ist. Janis Grunder findet, dass es kein Nachteil sein muss, wenn man keine grosse Berufserfahrung hat. «Dann ist man unvoreingenommen», so Grunder. Er rät zu Praktika oder Trainee-Programmen, um Erfahrungen zu sammeln. Auch ein Anruf bei der Firma, in der man arbeiten möchte, könne nicht schaden.

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