GC-Trainer Skibbe: «Muss ich auf diese Frage eine Antwort geben?»
Aktualisiert

GC-Trainer Skibbe«Muss ich auf diese Frage eine Antwort geben?»

Weiter trennen Leader Basel von Verfolger GC vier Punkte. Doch die Chancen der Hoppers schwinden, den FCB im Meisterrennen noch abzufangen.

von
Sandro Compagno

GC-Trainer Michael Skibbe lachte, als er die «M-Frage» gestellt erhielt: «Muss ich da echt noch eine Antwort geben?» Da der 48-jährige Deutsche ein sehr höflicher und umgänglicher Mensch ist, tat er es dann doch und rechnete vor: «Die Spiele werden weniger, also steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der FC Basel Meister wird.» Drei Spiele bleiben den Grasshoppers, vier Punkte auf Rotblau wettzumachen und dabei ihre deutlich schlechtere Tordifferenz noch aufzubessern, eine gewaltige Vorgabe.

Skibbe: «Wir haben viermal gegen Basel gespielt, hatten viermal die Chance, sie zu schlagen, und erreichten viermal ein 1:1.» Der GC-Trainer sah im Spiel des Rekordmeisters gegen den FC St. Gallen trotz des 2:0-Sieges «viel Leerlauf und viele Fehler im Spielaufbau». Man merke seiner Mannschaft an, dass die Rückrunde intensiv sei, so Skibbe: «Die Beine werden schwerer.»

Der Arbeitssieg gegen den FC St. Gallen brachte dreierlei Erkenntnisse:

1. Der Grasshopper Club in seiner aktuellen Verfassung fällt selten unter ein gewisses Standardniveau (das 0:5 gegen Thun blenden wir hier wohlwollend aus). Auch mittelmässige Leistungen reichen gegen mittelmässige Gegner zu drei Punkten, dazu ist die Qualität der Mannschaft zu gut.

2. Die Qualität ist vorhanden, aber sie verteilt sich auf zu wenige Spieler. Gegen die Ostschweizer wurde das sichtbar am Beispiel von Vero Salatic. Der GC-Captain sass gesperrt auf der Tribüne. Das heisst, er wäre wohl gerne gesessen, war aber mit seiner eineinhalbjährigen, sehr unternehmungslustigen Tochter Anastasja dort, die den dreifachen Familienvater ganz schön auf Trab hielt. Mit Salatic fehlte den Grasshoppers ein Denker und Lenker, der gegen aggressiv forecheckende St. Galler den Spielaufbau hätte in die Hand nehmen sollen. «Toko und Abrashi haben ihre Sache sehr gut gemacht», nahm Skibbe sein defensives Mittelfeld in Schutz, «sie haben viele Löcher gestopft». Mehr aber nicht.

3. Das Meisterrennen ist zwar nicht gelaufen, aber der FC Basel biegt auf die Zielgerade ein. Mit vier Punkten Differenz herrscht zwar weiterhin Status quo an der Tabellenspitze. Aber dieser Status quo kann nur dem FCB gefallen.

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