«Top Gear»-Moderator: Muss Jeremy Clarkson nun sogar ins Gefängnis?
Aktualisiert

«Top Gear»-ModeratorMuss Jeremy Clarkson nun sogar ins Gefängnis?

Die BBC hat «Top Gear»-Moderator Jeremy Clarkson heute entlassen. Nun muss der 54-Jährige sogar damit rechnen, verhaftet zu werden.

von
Julia Panknin
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Was genug ist, ist genug. BBC hat den «Top Gear»-Moderator Jeremy Clarkson entlassen.

Was genug ist, ist genug. BBC hat den «Top Gear»-Moderator Jeremy Clarkson entlassen.

AFP/ana Poenariu
Nachdem er einem Produzenten einen Faustschlag verpasste, wurde er anfangs vom Sender suspendiert, um den Fall zu untersuchen. Nun ist die Entscheidung gefallen.

Nachdem er einem Produzenten einen Faustschlag verpasste, wurde er anfangs vom Sender suspendiert, um den Fall zu untersuchen. Nun ist die Entscheidung gefallen.

AFP/ben Stansall
Es war nicht das erste Mal, dass der «Top Gear»-Moderator für Aufregung sorgte. So bezeichnete er Mexikaner als «nutzlos» oder einen Asiaten als «Schlitzauge».

Es war nicht das erste Mal, dass der «Top Gear»-Moderator für Aufregung sorgte. So bezeichnete er Mexikaner als «nutzlos» oder einen Asiaten als «Schlitzauge».

Screenshot Top Gear

Jeremy Clarkson ist jetzt ganz offiziell arbeitslos. In einer Stellungnahme bestätigte BBC die Gerüchte über eine Entlassung des «Top Gear»-Moderators. Lord Hall, Generaldirektor des Senders, schreibt, es sei keine einfache Entscheidung gewesen, aber: «Wir brauchen einzigartige und verschiedene Stimmen, aber nicht zu jedem Preis. Wie alle anderen auch haben wir bei BBC allgemeine Regeln in Sachen Anstand und Respekt.»

Es sei ihm bewusst, dass die Entscheidung die Geister scheiden werde. Doch dieses Mal sei «eine Grenze überschritten worden», worüber man nicht hinwegsehen könne.

In den ebenfalls veröffentlichten Ergebnissen der Untersuchung wird festgehalten: «Am 4. März 2015 wurde Oisin Tymon Opfer einer unprovozierten, physischen und verbalen Attacke von Jeremy Clarkson.» Tymon sei ein wichtiges Mitglied des «Top Gear»-Teams und sei ohne

Selbstverschulden zum Opfer geworden. Hall betonte ebenfalls, dass man Tymon keine Schuld an der Entlassung von Clarkson geben dürfe.

Unterdessen hat die Polizei aufgrund weiterer Einzelheiten seitens der BBC Ermittlungen gegen den ehemaligen «Top Gear»-Moderator eingeleitet. Eine Verhaftung sei nicht ausgeschlossen, berichtet die «Daily Mail». Schliesslich musste Opfer Tymon nach dem Streit sofort in die Notaufnahme.

«Top Gear» wird es wohl weiterhin geben

Clarksons Vertrag wird also nicht verlängert. Was mit seinen Co-Moderatoren James May und Richard Hammond passieren wird, ist bisher nicht bekannt. Hall schreibt lediglich, dass die Strategie für «Top Gear» 2016 neu besprochen werden wird.

Jeremy Clarkson schwieg bisher zur Entlassung. Der letzte Twitter-Eintrag war heute Mittwoch: «Nur um alle auf dem Laufenden zu halten, ich habe noch nichts gehört.» Allerdings änderte Clarkson seinen Status auf Twitter. Dort steht neu: «Ich war einmal ein Moderator bei der BBC2-Autoshow Top Gear.»

Richard Hammond gibt sich auf Twitter bestürzt über das Urteil des Senders: «Enttäuscht über dieses traurige Ende einer Ära. Wir sind alle drei auf unsere eigene Art Idioten, aber es war eine unglaubliche Fahrt miteinander.»

Seit der Bekanntgabe brummt es – wenig überraschend – in den sozialen Medien. Auf Twitter hagelt es Kommentare in allen Schattierungen.

Anfang März packten Insider über einen Vorfall am Set der beliebten Auto-Sendung «Top Gear» aus: Moderator Jeremy Clarkson soll einem Produzenten einen Faustschlag verpasst haben, weil sein Essen am Drehtag nicht bereitstand. Nachdem der 54-Jährige vorläufig suspendiert worden war, protestierten sowohl seine Moderationskollegen als auch seine Fans weltweit: Mit einer Online-Petition sammelten sie über eine Million Unterschriften für die Wiedereinsetzung des Kult-Moderators. Umsonst.

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