Lieber Phil Geld: Muss meine Kündigung begründet werden?
Aktualisiert

Lieber Phil GeldMuss meine Kündigung begründet werden?

Philipp (28) wurde gekündigt. Der Chef wollte aber keinen konkreten Grund für den Rauswurf nennen. Ist die Kündigung rechtsgültig?

Philipps Kündigung muss begründet werden.

Philipps Kündigung muss begründet werden.

Lieber Phil Geld

Meine Firma hat mir gekündigt. Für mich ist das extrem frustrierend, denn ich dachte, meine Arbeit hier würde geschätzt. Obwohl ich meinen Chef mehrmals danach gefragt habe, weigert er sich beharrlich, eine Begründung zu nennen. Steht mir keine anständige Erklärung zu?

Lieber Philipp

In der Schweiz herrscht im Bereich des Arbeitsvertragsrechts die sogenannte Kündigungsfreiheit. Sie ist im Obligationenrecht festgelegt (vgl. OR Art. 335 ff). Demnach ist eine Kündigung innerhalb der vertraglich und gesetzlich vorgegebenen Kündigungsfrist grundsätzlich immer möglich – und das auch ohne gleich einen konkreten Grund nennen zu müssen. Dein Arbeitgeber war auch nicht dazu verpflichtet, dich vorzuwarnen, denn es gibt keine Anhörungspflicht.

Dass dir dein Chef die Auskunft verweigert, ist hingegen nicht rechtens. Denn das oben genannte Gesetz sieht auch vor, dass der Kündigende die Kündigung schriftlich begründen muss, sofern die andere Partei (also du) das verlangt. Umgekehrt müsste auch ein Arbeitnehmer seine Kündigung begründen, sofern das Unternehmen danach fragt.

Mit Hinweis auf das Obligationenrecht kannst du also deinen Chef noch einmal auffordern, dir einen Grund für die Kündigung zu nennen. Erhoffe dir aber nicht zu viel: Denn Arbeitgeber können beispielsweise ganz einfach «wirtschaftliche Gründe» als Ursache vorschieben. Und: Die Kündigung bleibt auch dann gültig, wenn der genannte Grund nicht zutrifft oder wenn du hinter der Kündigung diskriminierende Umstände vermutest. In solchen Fällen könnte aber eine missbräuchliche Kündigung vorliegen (vgl. OR Art. 336). In diesem Fall wärst du zu einem Schadenersatz berechtigt. Dieser beträgt bis zu sechs Monatslöhne. Allerdings müsstest du die Missbräuchlichkeit beweisen, was in der Praxis schwierig ist.

Um eine Entschädigung verlangen zu können, musst du unbedingt bis zum Ende der Kündigungsfrist beim Arbeitgeber schriftlich Einsprache gegen die Kündigung erheben und bis spätestens 180 Tage nach dem Ende des Arbeitsverhältnises beim Arbeitsgericht Klage einreichen.

Freundlich grüsst

Phil Geld

Nutzen auch Sie unseren Ratgeberservice rund ums Geld: Phil Geld beantwortet Fragen zu den Themen Konsum, Arbeit, Wohnen, Versicherungen und Finanzanlagen. Setzen Sie uns ebenso über Missstände ins Bild und teilen Sie uns mit, was Sie besonders ärgert. Sie können Ihre Frage senden an phil.geld@20minuten.ch oder dieses Formular verwenden (siehe auch Button oben rechts). Die Altersangabe hilft uns, die Tipps noch konkreter auf Ihre Situation zu beziehen. Interessante Anfragen und die entsprechenden Antworten publizieren wir unter geändertem Vornamen in dieser Rubrik. Wir bitten um Verständnis, dass nicht jede Frage beantwortet werden kann.

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